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Suchprogramm. Im Internet gibt es Dutzende Partnervermittlungsseiten. Für jegliche Neigung, jedes Alter, sofort erreichbar.
© Mascha Brichta/p-a/dpa

Glaube, Liebe, Romance Scam: Wie Online-Betrüger arbeiten

Über das Internet lernt Oswald Andrey kennen. Es folgt ein rührender E-Mail-Wechsel. Und ein Betrug, der „Romance Scam“ genannt wird und schlicht Abzocke bedeutet. Tausende haben so viel Geld verloren. Ein Lehrstück über Sehnsucht und Selbstbetrug.

Von David Ensikat

Selbstverständlich ist Oswald nicht sein wahrer Name. Viel zu peinlich ist die Sache, so peinlich, dass er sie noch nicht mal seinem besten Freund erzählt hat. Dem schon gar nicht, denn der Freund hatte ihn früh gewarnt. Und die Sache ist ja nicht nur peinlich in des Wortes neuerer Bedeutung: Man steht dumm da, hat eine Idiotie begangen. Peinlich hieß mal schmerzvoll. Diese Geschichte war nicht nur teuer, sie hat auch sehr wehgetan.

Oswald ist fast 70 und wünscht sich einen Menschen an seiner Seite. Er hat schon vieles ausprobiert, er hat drei Kinder, ist verheiratet aber getrennt, hat mit Frauen zusammengelebt und mit Männern Affären gehabt. Jetzt, nach allem was gewesen ist, wünscht er sich einen Mann fürs Leben, ganz fest, nicht nur zum Spaß. Oswald spricht von „brüderlicher Liebe“, die er sucht, von einem Verständnis, das er mit Frauen so nie hatte.

Nie war es einfacher, dass Menschen zueinanderfinden, die zueinanderpassen. Im Internet gibt es Dutzende Vermittlungsstellen für jegliche Neigung, jedes Alter, sofort erreichbar. Nie war es schwerer, den einen zu finden, denn mit den Möglichkeiten sind die Wünsche gewachsen. Die Vorstellung, wie der Passende geschaffen sein soll, ist so konkret, dass die besten Computer-Algorithmen versagen. Sie können ja nur finden und nicht formen.

Andrey, 14. April 2014: Ich bin 176 Größe und momentan ungefähr 78 kg schwer. Ich bin am 25. Mai 1981 geboren worden.

Oswald, 15. April: Ich glaube du bist ein guter Mann, den ich gerne kennenlernen würde.

Damit begann Oswalds zweiter Versuch. Seinen ersten Versuch, über eine schwule Partnersuchbörse einen Mann zu finden, hatte er ein Jahr davor unternommen. Völlig erfolglos war er nicht; mit einigen hat er sich getroffen, mit einigen hatte er Sex. Er merkte aber auch, dass ihn die Sache absorbierte, dass er nach den Mitteilungen der „Partner“ lechzte, dass die „Partner“ aber keine Partner waren, sondern Männer mit kurzfristigen Interessen: Sex, schnelle Bestätigung, Geld. Liebe, brüderliche Liebe gar? Eher nicht. Oswald war abgeklärt und stark genug, nach sechs Wochen seine Onlinesuche, die fast zur Onlinesucht geworden war, zu beenden.

Sein Verlangen, seine Sehnsucht waren stark genug, ihn im April 2014 wieder ans Gerät zu locken. Er wusste ja nun, sagte er sich, was er wollte. Er würde, nahm er sich vor, sorgfältig auswählen, nur nach dem einen, Echten suchen. Und diesen einen, wusste er, würde er nicht über den Sex kennenlernen.

"Ich will den Mann finden ist als ich älterer."

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© Mascha Brichta/p-a/dpa

Deshalb war ihm dieser Andrey so sympathisch, Andrey Yakovlev, der von den „blauen Seiten“ schnell herunterwollte, hin zur persönlichen E-Mail-Kommunikation. „Die blauen Seiten“, so nennt sich die Welt von Gayromeo.com, die größte Kontaktbörse und Chat-Plattform für Schwule. Andrey ging es nicht um ein schnelles Treffen – wie auch, Andrey lebte irgendwo im fernen Russland, wie sich schnell herausstellte.

Dass er 37 Jahre jünger war als Oswald – sollte das ein Makel sein? Neben den körperlichen Vorzügen sind die Jungen auch viel offener und mit ihren Macken nicht so festgefahren wie die Alten, findet Oswald.

Andrey, 18. April: Ich will den Mann finden ist als ich älterer. Ich meine, dass die älteren Männer um vieles erfahrener ist. Es ist meine Schwäche!

Und dann schrieb Andrey von den Verhältnissen in Russland, wie schwer es ist für einen Schwulen, und Oswald war sehr angetan.

Andrey, 24. April: Bei mir ist die Empfindung erschienen, dass wir seit langem schon bekannt sind … Ich will, dass du allen von mir weißt! … Ich bin sehr einsam … Ich bin mit dir ehrlich und geöffnet. Ich hoffe, dass es gegenseitig ist.

Oswald, 29. April: Es ehrt mich sehr, dass du so viel Vertrauen in mich hast und ich hoffe, ich werde dich nicht enttäuschen. Schreib mir alles, was dich bedrückt und was dir so im Kopf herumgeht. Ich höre dir zu.

Nicht nur was Andrey schrieb, rührte Oswald, sondern auch wie er schrieb.

Andrey, 30. April: Ich fühle mich geworfen und einsam, wie früher nicht. Ich bin unserer Bekanntschaft glücklich. Ich erfülle die Arbeit und lächle nachdenklich. Meine Kollegen fingen an zu bemerken, dass ich nicht solcher in letzter Zeit. Und einer meiner Kollegen hat gesagt, dass ich mich wahrscheinlich verliebt habe. Ich nicht ihnen zu antworten, und einfach hat gelächelt.

War das nicht süß und unschuldig, romantisch? Dass es sich um die holprige Prosa eines automatischen Übersetzungsprogramms handelte, ahnt, wer den russischen Satzbau kennt. Oswald ist Schwabe, von Russisch hat er keine Ahnung.

Oswald, 1. Mai: Es freut mich zu hören, dass deine Tage etwas heller geworden sind … und dass du vielleicht verliebt bist … Ich habe auch lange Zeit nicht auf meine Gefühle geachtet, bis mein Herz wie ein krummer Ast in meinem Körper lag … Ich wundere mich immer über dein Deutsch, woher du die verschiedenen Wörter kennst.

Statt Aufklärung erreichten ihn noch viel schönere Worte:

Andrey, 5. Mai: Du bist in mein Leben schnell und ungestüm eingegangen. Du wurdest in meinem Herz angesiedelt … Ich bin dem Schicksal dankbar, was dich kennengelernt hat! Ich will mich mit dir schneller treffen.

Außerdem schickte Andrey Bilder.

Oswald, 6. Mai: Mein süßer Schatz, du siehst ja toll aus … Ich glaube, dass du ein guter Mensch bist und einen feinen Charakter hast … Also, mein heftig schlagendes Herz, die Zukunft sieht doch gut aus.

Es war so weit, jetzt konnte Andrey zur Sache kommen. Denn Andrey, oder wie auch immer er tatsächlich heißt, ist „Romance Scammer“. So nennen sich Betrüger, die über Partnerbörsen oder soziale Netzwerke einsame Menschen suchen, um an deren Geld zu kommen. Es fing mit der „Nigeria Connection“ an, das sind Afrikaner, die zunächst nur auf Englisch, später auch auf Deutsch unter falscher Identität ihre Opfer finden. Inzwischen wird das Geschäft immer mehr von Osteuropa und Russland aus betrieben. Opfer waren anfangs fast nur Frauen – bis sich herumsprach, dass Männer ebenso anfällig für die Sehnsuchtsblindheit sind. Es gibt Tausende von Fällen, genaue Zahlen kennt aber niemand, denn nur die wenigsten Opfer gehen zur Polizei. In aller Regel läuft es wie bei Andrey–Oswald: Vermeintlich einsame Seele trifft auf echt einsames Herz, mit Geschick wird Hoffnung aufgebaut, die Versprechungen sind groß und heilig, ein Treffen wird verabredet – und dann wird’s teuer.

Andrey, 7. Mai: Der Mitarbeiter der touristischen Gesellschaft mitzuteilen, dass der Gesamtwert des Flugtickets in Berlin 485 euro bildet … Und jetzt weiß ich nicht, dass mir zu machen … Unser Treffen unter der Frage … Du kannst mir damit helfen? Und unser Treffen wird schnell!

Oswald schöpft Verdacht

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© Mascha Brichta/p-a/dpa

Jetzt schöpfte Oswald Verdacht. Er ist ein Mann, der die Liebe sucht, das ja. Aber er ist alles andere als naiv. Er sprach auch mit einem Freund über die Sache. Dem Freund war’s sofort klar: Du musst zur Polizei gehen! Der Freund hatte gut reden. Er sehnte sich nicht nach Andrey.

Oswald, 12. Mai: Jedermann warnt mich davor, Geld nach Russland zu schicken – an einen Menschen, von dem ich nur die E-Mail-Adresse weiß (Wie kommst du überhaupt an die E-Mail- Adresse schmidt.wolf@yahoo.com? Du lebst doch in Russland!!!) Es geht mir nicht um das Geld, das ich verlieren würde, sondern um das Gefühl, betrogen worden zu sein, obwohl ich es hätte besser wissen müssen … Lass dich küssen, streicheln und umarmen …

Tatsächlich ging Oswald zur Polizei – und er hatte ein schlechtes Gewissen dabei. Durfte er Andrey so misstrauen? Die Polizisten warnten ihn. Er solle auf keinen Fall Geld bezahlen. Sie überprüften auch die Mail-Adresse: schmidt.wolf@yahoo.com. Sie haben eine Datenbank mit bekannt gewordenen Scammer-Adressen. Wie glücklich Oswald war, als sie ihm sagten, dass es zu dieser Adresse keinen Treffer gab. Sein Andrey musste echt sein!

Und dann noch Andreys strenge Antwort, ein kommunikatives Lehrstück:

Andrey, 12. Mai: Mir kränkend, dass bei dir die Zweifeln erschienen sind … Ich bin überzeugt, dass du betrügen wirst du wirst mich verraten! Deshalb habe ich mich entschieden, zu dir zu fahren! Du sollst die Bank besuchen und, die Mittel durch das System moneygram auf meinen Namen schicken … Unsere Träume sollen wird sich in die Realität verwandeln.

Selbstverständlich wollte Oswald niemanden verletzen, geschweige denn betrügen. Zwei Tage später sandte er das Geld nach Russland.

Andrey, 14. Mai: Jetzt wird unser Treffen schnell. Uns wir einander an den Händen zu fassen und, aus dem Flughafen hinauszugehen. Und später wir in dein Schloss der Liebe zu fahren.

Der Weg ins Schloss der Liebe schien jedoch verbaut. Zwei Tage später schrieb Andrey aus Moskau: Jetzt die wichtigste Neuheit. Mir traurig, dir darüber zu sagen … Gesetzmäßig soll ich in deinem Land 2700 euro mithaben. Der Mitarbeiter des Zolldienstes mir mitzuteilen, dass ich die minimale Zahl der Mittel für den Aufenthalt in Deutschland in Höhe von 30 euro/im Tag brauche.

Oswald, 16. Mai: Ich habe keine 2700 Euro. Ich bin sehr traurig und weiß auch nicht, was wir jetzt machen sollen.

Andrey, 16. Mai: Im Flughafen Tegel ich, dein Geld zurück zurückzugeben. Du verstehst mich? Ich bin fertig, vom Schmerz zu schluchzen!

Oswald hatte wirklich nicht so viel Geld. Er lebt von 850 Euro im Monat. Angesichts der 2700 Euro kamen ihm – bei aller Liebe – neue Zweifel.

Oswald, 20. Mai: Lieber Andrey, ich habe mich nicht gemeldet, weil ich inzwischen nicht mehr daran glaube, dass es dich wirklich gibt … Ich werde dir k e i n Geld mehr schicken. Unter keinen Umständen. Ich habe mich so sehr auf dich gefreut, und ich bin zu alt, um solche Enttäuschungen einfach wegzustecken. Verstehst du mich? Viele Grüße

Das Ende einer E-Mail-Beziehung

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© Mascha Brichta/p-a/dpa

Nun zog es sich ein wenig hin, Andrey schluchzte, Oswald haderte. Und weil das Schicksal ein zynischer Filou ist, sandte es just in diesen Tagen einen Plattenhändler zu Oswald, der sich für dessen Plattensammlung interessierte. Oswald verkaufte für gutes Geld jenen Teil, der ohnehin in seinem Keller lagerte. Und war nun reich genug, seine Hoffnung wieder aufleben zu lassen. Was waren diese kleinlichen Bedenken, was war Geld gegen die Aussicht auf die Liebe für den Rest des Lebens? Oswald blieb trotzdem vorsichtig. Er schlug vor, selbst nach Moskau zu fliegen, um das Geld vorzulegen.

Andrey, 13. Juni: Leider wird deine Fahrt sehr teuer kosten. Ich sehe den Sinn nicht, dir nach Moskau zu fliegen, wenn ich zu Berlin selbst zu dir anfliegen werde. So ist um vieles billiger! Bei mir gibt es intim Bilder. Aber bald können wir einander sehen … Ich stelle mir unsere erste Nacht vor … Es wird ergreifend sein!

Oswald war ergriffen, so sehr, dass er das Geld nun schicken wollte – vorausgesetzt er würde eine echte Buchungsbestätigung des Fluges vom Reisebüro bekommen. Er erhielt eine E-Mail eines Reisebüros namens OmronTUR in ähnlich skurrilem Deutsch wie Andreys Mails, dafür mit roter Schrift auf gelbem Grund.

Oswald, 16. Juni: Mein Süßer, die Buchungsbestätigung ist angekommen. Vielen Dank für deine Mühe. Ich habe gerade per Moneygram 2700 Euro angewiesen.

Andrey, 17. Juni: Unsere Träume verwirklichen sich!!! Jetzt mir zu gehen es ist höchste Zeit. Mein Herz schlägt vor glück.

Oswald stellte sich vor, wie er dem staunenden Andrey sein Berlin zeigen würde, wo selbst der Bürgermeister zugibt, dass er schwul ist. Er würde ihn mit zu sich nach Hause nehmen, fest umschlungen halten. Er wusste auch genau, wozu sie tanzen würden, langsam, eng: zu Johnny Cashs „Desperado“. Why don’t you come to your senses? / Come down from your fences / Open the gate … You better let somebody love you / Before it’s too late.

Oswald, 19. Juni: Wo steckst du? Kann ich dir helfen?

Andrey, 20. Juni: Ich schreibe dir aus dem Flughafen jetzt. Der Mitarbeiter … die Sachen zu betrachten und, die Dose mit dem Kaviar zu nehmen. Ich die Zahl zulässig der Kaviar auf 230 Gramm zu übertreten! Er mich als der Schmuggler zu nennen! Er zu schreien, was und zu schlagen mich, dass ich foltern wird, die ganze Wahrheit zu erzählen.

Oswald, 20. Juni: Das ist ja alles ganz schrecklich, was dir geschieht. Was kann ich für dich tun? Wo bist du denn jetzt?

Andrey 27. Juni: Die Mitarbeiter der Zollkontrolle mitzuteilen, dass ich die Strafe nach der Norm 130 000 Rubeln bezahlen soll!!! Ich das Bewusstsein beinahe zu verlieren ... Kaum ich die Strafe zu bezahlen, so kann ich aus dem Rahmen Russlands ausfahren. Ich soll dieses Problem in den kürzesten Fristen entscheiden. Andernfalls können mich und einsperren richten ... Warum ist das Schicksal so mit uns grausam???? Warum gibt sie uns so viel der Tests??? Warum spielt das Geld solche große Rolle in unserem Leben??? Warum ... Du kannst mir sagen ...

Oswald, 30. Juni: Schmidt&Wolf, oder wer immer du auch bist. Hör auf, weiter diese Schmierenkomödie abzuziehen. Ich sage Njet! Also lass mich in Frieden. Mein Geld hast du ja schon. Und schäme dich bis an dein Lebensende, auf diese niederträchtige Weise mit den Gefühlen anderer Leuten zu spielen.

Andrey, 30.6. Mein Anwalt mir die Rechnung über die Bezahlung in Höhe von 1050 euro vorzulegen. Ich muss die Strafe zu den kurzen Fristen bezahlen. Es daneben 2900 euro. Es ist das riesige Geld … Kaum ich die Strafe zu bezahlen, so kann ich zu dir auf dem am meisten nächsten ersten Flug ankommen … Wirf mich bitte nicht!!!!! Mir sehr schlecht …

Andrey, 1.7. 16:24 Mein Honig Oswald, warum schreibst du mir nicht? Wohin du verschwunden bist? Ich befinde mich im schrecklichen Zustand jetzt …

Das war’s, ab jetzt war Ruhe. Oswald ging es dreckig. Er hatte sich verliebt, tatsächlich. In die Vorstellung von einem Menschen, den es gar nicht gab, hatte er sich verliebt, aber das macht die Sache ja nicht kleiner. Dass ihn ein unbekannter Russe hintergangen hatte und kein tatsächlicher Geliebter, machte keinen Unterschied. Die Andrey-Illusion hatte ihn ausgefüllt, hatte ihm Halt gegeben, Hoffnung. Was blieb, war eine große Leere.

Um irgendwas zu tun, erstattete Oswald Anzeige gegen jemanden, von dem er wusste, dass er auf keinen Fall Andrey Yakovlev hieß. Sein Geld wird er nie zurückbekommen, so viel war klar.

Wer bei der Polizei nachfragt, wie sie mit solchen Dingen verfahren, wird an die Abteilung Kriminalprävention verwiesen. Das liegt daran, dass die Ermittlungen so wenig bringen. Man wird die Betrüger in Nigeria sowieso nie fassen, und auch in Russland gibt es wenig Möglichkeiten, trotz eines Rechtshilfeabkommens. Was bleibt, ist Prävention, also Aufklärung. Dafür gibt es die Internetseite www.polizei-beratung.de. Ein rührender Versuch, einem Problem zu begegnen, das tief in unserer Natur begründet ist: Selbstbetrug. Man kann es auch positiv formulieren: Glaube, Liebe, Hoffnung.

Oswald sagt: „Ich bin ein Opfer meiner Selbst! Ich muss mich bei mir selbst entschuldigen, dass ich so habe mit mir umgehen lassen. Dass ich mir solche Träume erlaubt habe.“

Der Text erschien auf der Dritten Seite des gedruckten Tagesspiegels.

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