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In Venedig gehen Passanten in der Nähe der Rialto-Brücke durch das Hochwasser.

© Luca Bruno/AP/dpa

Der Markusplatz überflutet, zwei Todesopfer: Venedig durchleidet das schlimmste Hochwasser seit 1966. Der Bürgermeister sieht die Folgen des Klimawandels.

Es ist das schlimmste Hochwasser seit mehr als 50 Jahren, dass die Stadt Venedig in der Nacht auf Mittwoch durchlitten hat. Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach von einer „Katastrophe“ und mobilisierte am späten Dienstagabend alle Einsatzkräfte.

Am Mittwoch werde der Notstand ausgerufen, kündigte er in einem Video auf Facebook an. Er machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich. „Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein.“ 

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Bis kurz vor Mitternacht stieg das als "Acqua Alta" bekannte Hochwasser - angetrieben durch starken Wind - auf 187 cm über dem Meeresspiegel. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 cm erreicht wurden, teilte die Kommune mit.

„Wir haben es mit apokalyptischen Zerstörungen zu tun“, sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia.

Der Pegel sank wieder im Laufe der Nacht, wie Brugnaro am frühen Mittwochmorgen twitterte. Aber: „Es wird eine lange Nacht.“ Denn nach der Angst komme nun die Schadensauflistung. Denn schließlich hinterlasse eine derartige Flut „unauslöschliche Spuren“. Nun sei die Regierung gefragt.

In den nahezu die ganze Stadt bedeckenden Fluten starb Medienberichten zufolge ein 78-jähriger Mann. Der Einheimische wurde durch einen Stromschlag getötet, als Wasser in sein Haus eindrang. Ein weiterer Bewohner der Insel sei tot in seinem Haus gefunden worden. Eine natürliche Todesursache werde in dem Fall nicht ausgeschlossen.

Durch die Straßen trieben Stühle und Tische, vielerorts wurden Anlegestellen für die berühmten Touristen-Gondeln weggerissen. Die Küstenwache schickte spezielle Boote in die überfluteten Straßen, die als schwimmende Krankentransporte fungieren sollten.

„Aqua Alta“ flutet Markusplatz und Markusdom

Der Markusplatz in der Unesco-Welterbestadt war vollkommen überflutet. Touristen und Einheimische wateten zunächst noch in Gummistiefeln über den Platz, am Abend fuhr nur noch die Polizei mit Booten. Auch in den Markusdom drang das Wasser ein. Es habe unter anderem Schäden am Mauerwerk angerichtet, berichteten italienische Medien.

„Wir versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten“, sagte der Ingenieur der Basilika, Pierpaolo Campostrini, der Nachrichtenagentur Ansa. Am Morgen hieß es, dass die gesamte Krypta unter Wasser gestanden habe.

Im Markusdom in Venedig ist der Eingangsbereich zum Markusdom überflutet.
Im Markusdom in Venedig ist der Eingangsbereich zum Markusdom überflutet.

© Luca Bruno/AP/dpa

Wegen der außergewöhnlich hohen Wasserstände wurden in der Lagunenstadt Kindertagesstätten und Grundschulen geschlossen, teilte die Kommune mit. Am Mittwoch ist kaum Wetterbesserung in Sicht, in ganz Italien ist wie schon seit Tagen Regen angesagt.

Venedig wird wegen seiner Lage in der Lagune immer wieder von Hochwasser heimgesucht, die Lage verschärft sich aber zunehmend. Die Stadt will seit langem ein Flutschutzsystem installieren, da der Anstieg des Meeresspiegels immer häufiger zu Überflutungen führt. (dpa, AFP)

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