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Ein junges Paar liegt im Bett (Symbolbild).

© Getty Images/Digital Vision

Immer zur selben Zeit ins Bett?: So beeinflusst dein Schlafrhythmus Herz und Gehirn

Mal um 22 Uhr, mal erst um 24 Uhr ins Bett. Und am Wochenende gar noch später? Das könnte ungesund sein, legt eine Studie nahe.

Magnus Heier
Eine Kolumne von Dr. Magnus Heier

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Die Regeln sind zahlreich: „Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste“, etwa. Oder „Der Mensch braucht acht Stunden Schlaf“. Beides stimmt nicht, zumindest nicht für jeden. Es gibt Eulen und Lerchen, die zu völlig anderen Zeiten ihren optimalen Schlaf finden. Und es gibt lange und kurze Schläfer, für die die entsprechende Schlafdauer optimal ist.

Aber ein weiterer, mehr oder weniger unbekannter Faktor könnte viel entscheidender sein: die Regelmäßigkeit der Schlafzeiten. Unabhängig davon, wann ein Mensch einschläft und aufwacht, scheint wichtig zu sein, ob er oder sie es regelmäßig mehr oder weniger zur gleichen Zeit tut. Plus/Minus eine halbe Stunde etwa. Auch am Wochenende.

In einer britischen Studie von 2024 wurden die Schlafgewohnheiten von über 88.000 Menschen dokumentiert. Diejenigen mit den unregelmäßigsten Schlafenszeiten hatten ein um 50 Prozent höheres Risiko, eine Demenz zu entwickeln. In einer älteren und kleineren US-amerikanischen Studie litten die unregelmäßigsten Schläfer deutlich häufiger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch psychische Störungen wurden beobachtet.

Ob unregelmäßige Schlafzeiten wirklich ursächlich sind, muss noch weiter erforscht werden

Diese bemerkenswerten Zusammenhänge könnten aber auch eine ganz andere Ursache haben – wenn man Ursache und Wirkung umdreht. In sogenannten Beobachtungsstudien werden nur Zusammenhänge beobachtet – unregelmäßiger Schlaf und Demenz/Herzprobleme treten oft zusammen auf. Aber ist der unregelmäßige Schlaf die Ursache? Oder nur eine zufällige Begleiterscheinung. Oder ist es gar umgekehrt: Führen Demenz oder Herzkrankheiten zu unregelmäßigem Schlaf? Oder bedingt es sich wechselseitig?

Interessant ist die Beobachtung trotzdem. Auch weil sie plausibel ist: Denn der Körper gehorcht zahlreichen inneren, hormonell und durch Licht gesteuerten Uhren. Unregelmäßiger Schlaf könnte das System empfindlich stören. Regelmäßige Schlaf- und Aufwachzeiten scheinen empfehlenswert. Wahrscheinlich.

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