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Clooneys erhalten französischen Pass: Trump poltert gegen Paris wegen Staatsbürgerschaft für Hollywood-Star
Dem US-Präsidenten gefällt nicht, dass der Schauspieler samt Familie in dem EU-Land eingebürgert worden ist. Weil dort seit heute neue Sprachanforderungen dafür gelten, ist die Entscheidung umstritten.
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Das schmeckt dem US-Präsidenten nicht: Donald Trump hat Frankreich nach der Vergabe der französischen Staatsbürgerschaft an Hollywoodstar George Clooney und seine Familie scharf kritisiert. „Gute Nachrichten! George und Amal Clooney, zwei der schlechtesten politischen Prognostiker aller Zeiten, sind offiziell französische Staatsbürger geworden“, polterte Trump am Mittwoch (Ortszeit) auf seiner Onlineplattform Truth Social.
„Leider hat Frankreich aufgrund seiner absolut katastrophalen Einwanderungspolitik mit einem großen Kriminalitätsproblem zu kämpfen“, fügte Trump hinzu.
Der im US-Bundesstaat Kentucky geborene Clooney – derzeit im von der Kritik gelobten Roadmovie „Jay Kelly“ zu sehen – gehört seit Jahren zu den wichtigsten Gestaltern Hollywoods. Unter den vielen Auszeichnungen des 64-Jährigen sind allein zwei Oscars: als Nebendarsteller im Thriller „Syriana“ sowie als Produzent für „Argo“ als Bester Film. Clooney hat sich auch politisch positioniert und offensiv die Präsidentschafts-Kandidatin der Demokraten, Kamala Harris, im Wahlkampf 2024 gegen den Republikaner Trump unterstützt.
Er war überhaupt kein Filmstar, sondern einfach ein Durchschnittstyp, der sich unentwegt über gesunden Menschenverstand in der Politik beschwerte.
Donald Trump, US-Präsident, über Schauspieler George Clooney
Clooney habe mit politischen Angelegenheiten mehr Aufmerksamkeit erregt als mit seinen „wenigen und völlig mittelmäßigen Filmen“, polterte Trump. „Er war überhaupt kein Filmstar, sondern einfach ein Durchschnittstyp, der sich unentwegt über gesunden Menschenverstand in der Politik beschwerte.“
Der US-Schauspieler und seine Ehefrau Amal Alamuddin Clooney sowie ihre beiden Kinder besitzen laut einem am Wochenende im Amtsblatt veröffentlichten Dokument nun auch einen französischen Pass. Die Mitteilung wurde kurz vor der Verschärfung der Sprachanforderungen für alle anderen Staatsbürger im Rahmen der neuen Einwanderungsbestimmungen ab dem 1. Januar veröffentlicht.
Vize-Innenministerin rügt Entscheidung zugunsten der Clooney-Familie
Auch die Vize-Innenministerin Marie-Pierre Vedrenne hatte die Entscheidung kritisiert, Clooney trotz seiner mangelhaften Französischkenntnisse die Staatsbürgerschaft zu verleihen. „Ich persönlich verstehe das Gefühl einiger Franzosen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird“, sagte Vedrenne dem Radiosender France Info. „Wir müssen vorsichtig sein mit der Botschaft, die wir vermitteln.“ Innenminister Laurent Nunez und das Außenministerium dagegen verteidigten die Entscheidung.
Das Bürgerliche Gesetzbuch besagt, dass „die französische Staatsangehörigkeit auf Vorschlag des Außenministers durch Einbürgerung jedem französischsprachigen Ausländer verliehen werden kann, der dies beantragt und durch seine herausragenden Verdienste zum Ansehen Frankreichs und zum Wohlstand seiner internationalen Wirtschaftsbeziehungen beiträgt“. Clooney hatte jedoch eingeräumt, dass seine Französischkenntnisse immer noch begrenzt seien.
Laut den am Donnerstag in Kraft getretenen neuen Einwanderungsbestimmungen müssen Antragsteller nachweisen, dass sie über französische Sprachkenntnisse verfügen, die ihnen den Zugang zu einer französischen Universität ermöglichen. Außerdem müssen sie einen Test über staatsbürgerliches Wissen bestehen.
Seine amerikanische Staatsbürgerschaft ablegen muss Clooney nicht. Sowohl die USA, als auch Frankreich erlauben Mehrstaatlichkeit, anders als etwa der Iran.
Amal und George Clooney sind oft in Frankreich
Clooney und seine libanesisch-britische Frau, die als Menschenrechtsanwältin arbeitet, verbringen viel Zeit in Frankreich. „Ich liebe die französische Kultur, Ihre Sprache, auch wenn ich sie nach 400 Tagen Unterricht immer noch nicht gut beherrsche“, sagte der 64-jährige Oscar-Preisträger Anfang Dezember dem Radiosender RTL.
Der Schauspieler und seine Frau hatten 2021 ein ehemaliges Weingut in Brignoles, einer Gemeinde im Departement Var, gekauft. Hier gebe es keine Paparazzi, die vor der Schule seiner Kinder lauern. „Das ist für uns das Wichtigste“, sagte Clooney in dem Interview.
Zwar verbringe seine Familie nur einen Teil des Jahres auf ihrem Anwesen in Südfrankreich, doch dies sei der Ort, „an dem wir am glücklichsten sind“, betonte der Schauspieler und Regisseur.
Der US-Regisseur Jim Jarmusch will sich ebenfalls einen Rückzugsort in Frankreich schaffen und die französische Staatsbürgerschaft beantragen. „Ich möchte einen Ort, an dem ich den Vereinigten Staaten entfliehen kann“, sagte er am Freitag dem Radiosender France Inter. (AFP, dpa)
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