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„Hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie“: Ex-Kremlchef Medwedew könnte sich Entführung von Merz vorstellen
Der frühere Kremlchef hält eine Entführung von Kanzler Merz ähnlich wie die Gefangennahme von Venezuelas Staatschef für realistisch. Auch Ukraines Präsident Selenskyj sollte aufpassen.
Stand:
Analog zu dem Vorgehen der USA in Venezuela kann sich Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz.
„Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein“, sagte Medwedew, aktuell Vizevorsitzender des nationalen Sicherheitsrats in Moskau, in einem Gespräch mit der Staatsagentur Tass.
Ein solches Szenario hätte durchaus etwas Realistisches an sich, meinte er. „Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden.“
Wie reagiert Berlin auf Medwedews Drohung?
Die Bundesregierung hat die Äußerungen strikt zurückgewiesen. „Derartige Drohungen verurteilen wir auf das Schärfste“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Nach seinen Angaben sieht die Bundesregierung keinen Anlass, wegen der Äußerungen die Sicherheitsvorkehrungen für den Schutz des Kanzlers nachzubessern.
„Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt und bieten einen anlassbezogenen und der Gefährdungslage des Bundeskanzlers angemessenen Schutz“, betonte Hille. Kanzler Merz sei „gut und sicher geschützt“. Die Beamtinnen und Beamten der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts gehörten „zu den Besten der Welt“.
Medwedew äußerte sich auch zu Maduros Entmachtung
Der frühere Kremlchef (2008–2012) hat sich in den vergangenen Jahren als Scharfmacher gegen den Westen etabliert. Immer wieder fällt er mit rhetorischen Angriffen gegen die Ukraine und den Westen auf.
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Wenn behauptet werde, dass der nun entmachtete venezolanische Staatschef Nicolás Maduro ein illegitimer Präsident sei, dann halte das keiner Kritik stand, sagte Medwedew weiter. Dies gelte vor allem für die europäischen Reaktionen, die einen „doppelten Standard“ Europas aufzeigten.
Medwedew droht Selenskyj mit Tod
Er fügte mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hinzu, dass es aus dieser Sicht „sicherlich besser ist, sich nicht zu entspannen“, da dessen Amtszeit längst abgelaufen sei. Selenskyj allerdings bleibt aufgrund der Verfassung zu Kriegszeiten im Amt.
In einem mit Beleidigungen gespickten Text auf Telegram drohte Medwedew dem ukrainischen Präsidenten mit dem Tod. Selenskyj habe in seiner Weihnachtsansprache „einem Menschen“ – mutmaßlich Kremlchef Wladimir Putin – den Tod gewünscht, schrieb Medwedew auf Russisch in dem Post.
„Allen ist klar, dass er den Tod nicht nur ‚eines Menschen‘ wünscht, sondern unser aller und unseres Landes. Und er wünscht es nicht nur, er hat auch massive Angriffe befohlen“, behauptete der jetzige Vizechef des russischen Sicherheitsrates. „Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Schuft oft im Nacken sitzt.“
Medwedew fügte hinzu, nach Selenskyjs baldigem Tod sollte dessen konservierter Leichnam „zu wissenschaftlichen Zwecken“ in der Kunstkammer in St. Petersburg gezeigt werden. In diesem Raritätenkabinett hatte Zar Peter I. im 18. Jahrhundert naturwissenschaftliche Objekte sammeln lassen, darunter viele Missbildungen. Medwedew ist als Scharfmacher bekannt, allerdings ist diese Passage auch für seine Maßstäbe eine grobe Entgleisung. (dpa)
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