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Meinungsumschwung beim US-Präsidenten: Trump glaubt nicht an ukrainischen Angriff auf Putin-Residenz
Selenskyj meldet 2000 russische Luftangriffe auf die Ukraine + Russland registriert einen Toten bei Attacke auf Grenzregion + Kiew: Sicherheitsberater der Unterstützer-Länder erörtern „Rahmendokumente“ + Der Newsblog.
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Hinweis: Angaben der Regierungen, Armeen und Bilder und Videos aus der Region lassen sich manchmal nicht endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zu vermitteln.
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US-Präsident Donald Trump geht nicht von einem Angriff der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin aus. Er glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden habe, sagte der Republikaner auf eine Nachfrage von Journalisten. Vor einer Woche hatte Trump nach einem Gespräch mit Putin den angeblich geplanten Angriff noch kritisiert.
Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Kiew hatte das vehement bestritten. Putin hatte auch Trump über den angeblich geplanten Angriff informiert, der danach etwa sagte: „Das ist nicht gut.“
CIA: Kein Angriff auf Residenz
Der US-Geheimdienst CIA hatte dann die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine weder Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat, wie Medien wenige Tage später berichteten. Damit widersprach der Auslandsgeheimdienst den schweren Vorwürfen aus Moskau.
Die Ukraine sah in Moskaus Behauptung einen russischen Vorwand, den Krieg trotz laufender Verhandlungen um eine Friedenslösung weiter fortzusetzen und erneut auch Regierungsgebäude in Kiew angreifen zu wollen. (dpa)
Selenskyj ernennt kanadische Ex-Vizeregierungschefin zu Wirtschaftsberaterin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die frühere kanadische Vize-Regierungschefin Chrystia Freeland zu seiner Wirtschaftsberaterin ernannt. Er begründet dies mit ihrer Erfahrung bei der Anwerbung von Investitionen. „Die Ukraine muss jetzt ihre innere Widerstandsfähigkeit stärken“, schrieb Selenskyj auf der Online-Plattform X.
Dies sei sowohl für den Wiederaufbau des Landes nötig, falls die Diplomatie rasch Ergebnisse liefere, als auch zur Stärkung der Verteidigung, falls die Beendigung des Krieges wegen Verzögerungen seitens der Partner länger dauere. Freeland, die ukrainische Vorfahren hat, war von 2019 bis 2024 stellvertretende Ministerpräsidentin Kanadas. Sie ist Abgeordnete im kanadischen Parlament und zudem Sondergesandte der Regierung in Ottawa für die Ukraine. (Reuters)
Ukraine meldet über 20 gezielte russische Angriffe auf Stromnetz innerhalb einer Woche
30.000 Tschechen unterzeichnen offenen Brief mit Entschuldigung an die Ukraine
In Tschechien haben 30.000 Bürger einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie sich für die antiukrainischen Äußerungen des Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura, entschuldigen. Dies berichtet das tschechische Medium iDNES.Initiator des Schreibens ist der Lehrer und Bürgermeister des Dorfes Semněvice, Antonín Kolař. Der Brief richtet sich an den ukrainischen Botschafter in Tschechien, Vasyl Zwarytsch. Darin betont Kolař, dass Okamuras Kritik an der Ukraine und ihrer Führung den Fakten und den Prinzipien der Solidarität widerspreche. Er stellte klar, dass Okamura lediglich eine Minderheit der Gesellschaft vertrete, während viele Tschechinnen und Tschechen Solidarität mit der Ukraine fühlten.
In seiner Neujahrsansprache sprach sich Okamura gegen die militärische Unterstützung der Ukraine aus und bezeichnete die ukrainische Regierung als „Diebe rund um die Junta Selenskyjs“. Der ukrainische Botschafter in Tschechien, Vasyl Zwarytsch, bezeichnete die Äußerungen des Abgeordneten als „beleidigend und von Hass geprägt“. (Valeriia Semeniuk)
Russland soll Drohnen mit Flugabwehrraketen ausrüsten
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erstmals eine russische Drohne abgeschossen, die mit einem tragbaren Flugabwehrraketensystem (MANPADS) ausgestattet war. Wie die ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme auf Telegram mitteilten, verfügte der Drohnentyp „Shahed“ neben einer Kamera auch über ein Funkmodem sowie eine installierte Flugabwehrrakete.Der Raketenstart soll demnach vom Drohnenpiloten ausgelöst worden sein, der das Fluggerät von russischem Territorium aus steuerte.
Bei dem auf der Drohne montierten Waffensystem handelt es sich nach ukrainischen Angaben um das russische MANPADS „Werba“. Das System wurde 2015 bei den russischen Streitkräften eingeführt. Es hat eine Reichweite von bis zu sechs Kilometern und kann Ziele in Höhen von bis zu 3500 Metern bekämpfen.
“Der Einsatz einer Drohne mit einem installierten Flugabwehrraketensystem stellt eine neue Bedrohung dar." In dieser Form seien die ukrainischen Streitkräfte einem solchen System bislang nicht begegnet, heißt in der Meldung. (Valeriia Semeniuk)
Ein Toter nach russischem Angriff auf Krankenhaus in Kyjiw
Bei einem russischen Angriff auf ein privates Krankenhaus in Kyjiw ist in der Nacht auf Montag mindestens ein Mensch getötet worden. Vier weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen befinden sich in einem schweren Zustand. Das teilte der Leiter der Kyjiwer Stadtverwaltung, Tymur Tkatschenko, mit.Mindestens zwei Tote bei russischen Angriffen auf Kiew
Selenskyj meldet 2000 russische Luftangriffe in der Neujahrswoche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. „Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1.070 Gleitbomben, fast 1.000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.Dabei erinnerte Selenskyj in einem Video auch an einen Angriff auf die Stadt Charkiw; dort gab es am 2. Januar zahlreiche Opfer. Am Sonntag stieg die Zahl der aus den Trümmern eines getroffenen Hauses geborgenen Toten auf vier, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden. (dpa)
Trump: Bin nicht begeistert von Putin
US-Präsident Donald Trump ist unzufrieden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem andauernden Krieg gegen die Ukraine. „Ich bin nicht begeistert von Putin. Er tötet zu viele Menschen“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz zur US-Militäraktion in Venezuela. (Reuters)Kiew: Sicherheitsberater der Unterstützer-Länder erörtern „Rahmendokumente“
Die nationalen Sicherheitsberater der sogenannten Koalition der Willigen haben nach ukrainischen Angaben über „Rahmendokumente“ zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gesprochen. Zu den am Samstag erörterten Dokumenten gehörten laut Verhandlungsführer Rustem Umerow „Sicherheitsgarantien und Ansätze für den Friedensplan“. Zudem sei es bei dem Treffen um die „Abfolge weiterer gemeinsamer Schritte“ gegangen, erklärte Umerow im Onlinedienst Telegram.
Die Vertreter von etwa 15 Unterstützer-Staaten, der EU und der Nato berieten in Kiew. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff nahm per Videolink an dem Treffen teil, wie ein ukrainischer Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte.
Nach ukrainischen Angaben soll am Dienstag ein Folgetreffen in Frankreich mit Spitzenvertretern von Partnerstaaten der Ukraine stattfinden. (AFP)
Offenbar ein Toter bei Drohnenangriff auf russische Grenzregion
Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod meldet einen ukrainischen Drohnenangriff, bei dem ein Mann getötet worden sei. Zudem seien eine Frau und ein vierjähriges Kind verletzt worden, teilt Wjatscheslaw Gladkow weiter mit. Ihr Zustand sei ernst, sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehr habe einen Brand gelöscht, der nach dem Angriff ein Auto erfasst habe. Das russische Verteidigungsministerium teilte daneben mit, es seien in der Nacht 90 ukrainische Drohnen und am Sonntagmorgen 42 weitere Drohnen abgeschossen worden. Drei von ihnen seien Richtung Moskau unterwegs gewesen. (Reuters)
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz nach dem Start des russischen Angriffskriegs keine Rede in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem halten dürfen. Dies bestätigte nun der Vorsitzende der Gedenkstätte, Dani Dayan, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf ein Gespräch mit Dayan in Jerusalem berichtet.Selenskyj habe damals vor 300 Gästen sprechen wollen, verbunden mit einer weltweiten Übertragung. „Ich habe das abgelehnt“, sagte Dayan. Er hätte befürchtet, der Auftritt habe den Holocaust mit dem Krieg in der Ukraine gleichsetzen sollen. „Nicht jedes Kriegsverbrechen ist ein Genozid, und nicht jeder Genozid ist ein Holocaust“, erklärte er mit Bezug auf den Angriffskrieg, den Russland im Februar 2022 in der Ukraine begann.
Kiesewetter: Ukraine-Einsatz der Bundeswehr nicht ausschließen
Politiker von CDU und FDP halten einen Einsatz der Bundeswehr in der Ukraine für möglich – nach einem Waffenstillstand und innerhalb einer multinationalen Truppe. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte dem „Spiegel“, die Frage der Bodentruppen stelle sich erst nach einem Waffenstillstand. Er betonte aber: „Deutschland als selbst ernannte Führungsnation sollte hier zumindest in der öffentlichen Kommunikation nichts ausschließen.“Deutschland, so Kiesewetter, sollte die sogenannte Koalition der Willigen mit einer „angemessenen, also umfangreichen deutschen Beteiligung rechtssicher organisieren“. In jedem Fall sollten die Truppen aus den Staaten der „Koalition der Willigen“ auch offen für Beiträge Dritter sein, die die Haltung von Nato und EU unterstützen, sagte der Bundestagsabgeordnete. (dpa)
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