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Proteste im Iran.

© dpa/Uncredited

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Regime reagiert brutal : Menschenrechtler gehen von 466 Toten bei Protesten im Iran aus

Israel will bei Angriff Teherans mit „Macht“ reagieren + Aktivisten berichten von rund 200 getöteten Demonstranten + Irans Außenministerium beschuldigt USA und Israel der Einflussnahme auf Proteste + Der Newsblog.

Stand:

Seit Ende Dezember 2025 kommt es im Iran zu Massenprotesten. Sie hatten sich ursprünglich an der schlechten Wirtschaftslage und den hohen Lebenshaltungskosten entzündet, richten sich inzwischen aber vor allem gegen die Führung des Landes. Das iranische Regime reagiert auf die anhaltenden Proteste mit brutaler Gewalt und hat das Internet abgeschaltet. Nichtregierungsorganisationen berichten von fast 200 getöteten Demonstranten. Alle aktuellen Entwicklungen im Iran finden Sie in unserem Newsblog.

Hinweis: Angaben aus dem Iran sowie Bilder und Videos aus der Region lassen sich oft nicht endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse im Land zu vermitteln.

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Christoph Zempel

Menschenrechtler sprechen von 466 Toten bei Protesten im Iran

Im Iran ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit den Protesten Menschenrechtlern zufolge deutlich gestiegen. Inzwischen sei von 466 Toten auszugehen, teilte die Gruppe Hrana mit Sitz in den USA am Sonntagnachmittag mit. Kurz zuvor war noch von 203 Toten die Rede.

Der Informationsfluss aus dem Iran ist seit Donnerstag durch eine von den Behörden verhängte Internetsperre stark eingeschränkt. Der iranische Polizeichef Ahmad-Resa Radan hat jüngst erklärt, die Sicherheitskräfte hätten ihre Bemühungen zur Bekämpfung der „Randalierer“ verstärkt. Die iranische Führung hat bereits frühere Unruhen niedergeschlagen, zuletzt 2022 nach dem Tod einer Frau in Polizeigewahrsam, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung angeklagt war. (Reuters)
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Christoph Zempel

Denkfabrik: Irans Führung verschärft Unterdrückung von Protesten

Die iranische Führung verschärft laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) die Unterdrückung von Protesten. „Das iranische Regime bezeichnet die Demonstranten nun nicht mehr als Randalierer, sondern als Terroristen“, so das ISW. Das deute darauf hin, dass die Führung eine kompromisslose Haltung gegenüber den anhaltenden Protesten eingenommen habe. 

„Das Regime wird wahrscheinlich seine Charakterisierung der Demonstranten als "Terroristen" nutzen, um ein weiteres hartes Vorgehen gegen die Proteste zu rechtfertigen“, hieß es weiter. Es betrachte die Proteste zunehmend als militärisches Problem und nicht mehr als eine Frage der Strafverfolgung oder der Kontrolle von Menschenmengen. (dpa)

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Christoph Zempel

Israels Armee: Würden auf iranischen Angriff mit Macht reagieren

Nach Irans Drohung, im Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der Protestbewegung auch mit Gegenschlägen auf Israel zu reagieren, sieht sich die dortige Armee vorbereitet. „Wir werden bei Bedarf in der Lage sein, mit Macht zu reagieren“, teilte das israelische Militär mit.

Am Wochenende habe es wegen der Entwicklungen im Iran mehrere Lagebesprechungen gegeben, hieß es weiter. Israels Armee betonte zugleich: „Die Proteste sind eine interne iranische Angelegenheit.“ Die Lage werde aber beobachtet. 

US-Präsident Donald Trump hatte den Teilnehmern der Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert. Teheran drohte, jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ führen, zitierte der arabische Sender Alaraby auf X Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf. (dpa)

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Christoph Zempel

Irans Parlamentspräsident droht USA mit Vergeltung im Falle eines Angriffs

Nach militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat der iranische Parlamentspräsident den USA mit Vergeltung gedroht. „Im Falle eines militärischen Angriffs durch die USA werden sowohl das besetzte Gebiet als auch die Zentren des US-Militärs und die Schifffahrt unsere legitimen Ziele sein“, sagte Mohammad Bagher Ghalibaf am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Mit „besetztem Gebiet“ bezog sich Ghalibaf offenbar auf Israel, dessen Existenzrecht die Führung in Teheran nicht anerkennt.

US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach mit einem militärischen Eingreifen der USA im Iran gedroht, falls dessen Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Protestierende vorgehen sollten. Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden seit Beginn der Demonstrationen Ende Dezember bereits dutzende Menschen getötet, die Führung der islamischen Republik verhängte am Freitag eine landesweite Internetsperre.

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge wurde der US-Präsident bereits über Optionen für mögliche militärische Angriffe auf den Iran informiert. Demnach hat Trump noch nicht endgültig über einen Angriff entschieden. Im vergangenen Juni hatten die USA bereits Atomanlagen im Iran bombardiert. (AFP)

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Christoph Zempel

Schah-Sohn ändert Botschaft an Protestbewegung

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung gemäßigtere Töne angeschlagen. „Ich bitte Sie alle, sich mit Ihren Freunden und Familienangehörigen in Gruppen auf die Hauptstraßen der Städte zu begeben. Trennen Sie sich unterwegs nicht voneinander oder von der Menschenmenge und nehmen Sie keine Seitenstraßen, die Ihr Leben gefährden könnten“, sagte Pahlavi laut einer englischen Übersetzung seiner Rede, die auf X veröffentlicht wurde. 

Am Samstag hatte der im Exil in den USA lebende Pahlavi noch zu landesweiten Streiks aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen. Er forderte außerdem Demonstranten dazu auf, zentrale Plätze in Städten zu besetzen und zu kontrollieren. Wegen einer fast vollständigen Internetsperre im Iran ist nicht bekannt, ob und in welchem Ausmaß Menschen seinem Aufruf gefolgt sind. 

Kritiker: Aufruf brachte Demonstranten in Gefahr

Ein Kritiker schrieb auf Englisch auf X, Pahlavi hätte in seiner Erklärung zu Disziplin und Gewaltlosigkeit aufrufen sollen. Sein Aufruf, „die Zentren der Städte zu erobern und zu kontrollieren“, bringe Demonstranten in Gefahr. Angesichts der zu erwartenden Reaktion der schießwütigen iranischen Behörden halte er diesen Ansatz für unverantwortlich.

Aus seinem Exil heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der Opposition. Viele Menschen im Iran setzen ihre Hoffnungen auf Unterstützung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Massenprotesten ertönte auch der Slogan „Lang lebe der König“ – ein direkter Hinweis auf Pahlavi. Dessen aktueller Erfolg sei jedoch weniger seinen Führungsqualitäten zu verdanken, schrieb der iranische Kritiker Sadegh Sibakalam, sondern vielmehr der Unfähigkeit, Misswirtschaft sowie den Fehlentscheidungen der Staatsführung geschuldet. (dpa)

Der Tagesspiegel
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Christoph Zempel

Papst Leo XIV. besorgt wegen Blutvergießen im Iran

Auch Papst Leo XIV. ist zutiefst besorgt wegen des aktuellen Blutvergießens im Iran. Beim Mittagsgebet sagte er am Sonntag vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz: „Im Iran und in Syrien verursachen anhaltende Spannungen den Tod vieler Menschen. Ich hoffe und bete, dass man sich dort mit Geduld um Dialog und Frieden bemüht und das Gemeinwohl aller sucht.“

Auch zu den erneut verschärften russischen Angriffen auf die Ukraine äußerte sich der der Papst und sagte: „Die schweren Angriffe auf die Infrastruktur treffen vor allem die Zivilbevölkerung. Ich bete für die Leidenden und erneuere meinen Appell, die Gewalt zu beenden und die Bemühungen um einen Weg zum Frieden zu verstärken.“ (KNA)

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Christoph Zempel

Israel sichert iranischem Volk Unterstützung im „Kampf für Freiheit“ zu

Zwei Wochen nach Beginn der regierungskritischen Proteste im Iran hat Israels Außenminister Gideon Saar dem iranischen Volk die Unterstützung seines Landes zugesichert. „Wir unterstützen den Kampf des iranischen Volkes für die Freiheit und wünschen ihm viel Erfolg“, sagte Saar in einem am Sonntag im Onlinedienst X veröffentlichten Video. Der Iran habe eine bessere Zukunft verdient, betonte Saar.

„Wir hegen keinerlei Feindseligkeit gegenüber dem iranischen Volk. Wir haben ein enormes Problem mit dem Regime“, fügte er hinzu und bezeichnete die Regierung in Teheran als „größten Exporteur von Terrorismus und Radikalismus“.  

Zuvor hatte Saar in einem separaten Beitrag auf X die EU aufgerufen, die Revolutionsgarden als „terroristische Organisation“ einzustufen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), der sich gerade in Israel aufhält, habe er gesagt, dass jetzt der Zeitpunkt für eine solche Einstufung gekommen sei. „Dies ist seit langem die Haltung Deutschlands, und heute ist die Bedeutung dieser Angelegenheit für alle offensichtlich“, fügte Saar hinzu. (AFP)

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Christoph Zempel

Iranischer Präsident warnt „Aufrührer“ vor weiteren Protesten

Nach den tagelangen Massenprotesten im Iran hat der iranische Präsident Massud Peseschkian „Aufrührer“ vor weiteren Demonstrationen gewarnt. Es könne nicht zugelassen werden, dass „Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren“, sagte Peseschkian in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview. Die Bevölkerung rief er auf, „Vertrauen in unseren Willen zur Durchsetzung der Gerechtigkeit“ haben. 

Im Iran gibt es seit rund zwei Wochen Proteste, die sich inzwischen zu einer Massenbewegung ausgeweitet haben. Sie entzündeten sich zunächst an der Unzufriedenheit über die wirtschaftlichen Lage, inzwischen richten sie sich gegen die Führung in Teheran. 

Die Behörden gehen hart gegen die Proteste vor, nach Angaben von Menschenrechtlern wurden bereits mindestens 192 Menschen getötet. Angesichts einer seit Tagen andauernden landesweiten Internetsperre fürchten Aktivisten, dass die tatsächlichen Zahlen noch weit höher liegen. (AFP)

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Christoph Zempel

Massenproteste im Iran gehen weiter - Aktivisten sprechen von 192 Toten

Im Iran gehen die Massenproteste trotz des harten Durchgreifens der Behörden weiter, bei dem laut Aktivisten bereits fast 200 Menschen getötet wurden. Unter Umgehung einer landesweiten Internetsperre veröffentlichte Videos zeigten große Menschenmengen bei Demonstrationen in mehreren Städten des Landes am Samstagabend. Die Polizei meldete am Sonntag zahlreiche Festnahmen. Nach wiederholten Warnungen von US-Präsident Donald Trump drohte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf den USA mit Vergeltung im Falle eines Angriffs.

Im Internet veröffentlichte Videos zeigten Menschenmengen in mehreren Städten des Iran, darunter die Hauptstadt Teheran und Maschhad im Osten. Dort wurden Autos in Brand gesetzt. Die Videos gelangten trotz einer von den Behörden am Freitagabend verhängten landesweiten Internetsperre online. Die Sperre, welche die Kommunikation mit der Welt außerhalb des Irans massiv erschwerte, dauerte am Sonntag an. Auch der Mobilfunkverkehr ist seit Samstag blockiert.

Videos, die AFP zunächst nicht überprüfen konnte, sollen zeigen, wie Angehörige im Teheraner Leichenschauhaus die sterblichen Überreste getöteter Demonstrantinnen und Demonstranten identifizieren. 

Nach jüngsten Angaben der in Norwegen ansässigen  Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden bislang mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Die Zahl könne jedoch „erheblich größer“ sein, fügte IHR an.

Die  Aktivistengruppe Human Rights Activists News Agency mit Sitz in den USA konnte nach eigenen Angaben bislang den Tod von 116 Menschen im Zuge der Proteste bestätigen, darunter 37 Mitglieder der Sicherheitskräfte oder anderer Behörden.

Das in den USA ansässige Center for Human Rights in Iran (CHRI) erhielt nach eigenen Angaben „Augenzeugenschilderungen und glaubwürdige Berichte“, wonach seit Beginn der Internetsperre hunderte Protestierende getötet wurden. „Im Iran spielt sich ein Massaker ab“, warnte die Gruppe. Die Krankenhäuser des Landes seien mit der Masse an Verletzten überfordert, es drohe ein Mangel an Blutkonserven. (AFP)

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Julia Weiss
Author Julia Weiss

Medien: Brandanschlag von Siedlern in Schule im Westjordanland

Israelische Siedler haben palästinensischen Medienberichten zufolge ein Klassenzimmer in einer Schule im Westjordanland in Brand gesetzt. Die Bewohner des Dorfes Dschalud südlich von Nablus konnten das Feuer demnach löschen. Da der Angriff außerhalb der Unterrichtszeit stattgefunden habe, sei niemand verletzt worden. Israelischen Medien zufolge sei es auch zu Zerstörungen und Graffiti mit den Worten „Rache“ gekommen.

In einer Stellungnahme bestätigte die israelische Armee die Brandstiftung in der Schule. Nach Berichten über Vandalismus seien Soldaten in das Dorf geschickt worden, hätten aber keine Verdächtigen gefunden.

Bei einem weiteren Zwischenfall in einem anderen Dorf seien mehrere palästinensische Fahrzeuge in Brand gesetzt und das Eigentum palästinensischer Einwohner beschädigt worden. (dpa)

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Julia Weiss
Author Julia Weiss

Bundesregierung verurteilt israelische Baugenehmigung für Siedlungsprojekt

Die Bundesregierung hat die Baugenehmigung für ein neues israelisches Siedlungsprojekt im Westjordanland kritisiert. „Wir verurteilen solche Schritte in Bezug auf das Siedlungsprojekt E1 und fordern die israelische Regierung auf, den Siedlungsbau einzustellen“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Dieser verstoße gegen das Völkerrecht und einschlägige Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. 

Das E1-Projekt, das von der rechtsgerichteten israelischen Regierung vorangetrieben wird, gilt als besonders heikel, weil es faktisch das besetzte Westjordanland teilen und damit die Mobilität der palästinensischen Bevölkerung entscheidend einschränken würde. Erklärtes Ziel des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ist es, die unter anderem von Deutschland geforderte Zweistaatenlösung zu verhindern. (Reuters)

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Julia Weiss
Author Julia Weiss

Das Außenministerium in Teheran hat den USA und Israel eine direkte Einflussnahme auf die seit Tagen wachsende Protestbewegung im Iran vorgeworfen. „Die Amerikaner und Israelis haben selbst gesagt, dass sie direkt in die Proteste im Iran eingreifen“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag während eines Besuchs im Libanon. „Sie versuchen, die friedlichen Proteste in spaltende und gewalttätige Proteste zu verwandeln.“ (dpa)

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Viktoria Bräuner
Author Viktoria Bräuner
Syrien ruft Waffenruhe für umkämpfte Stadtteile von Aleppo aus
Das syrische Verteidigungsministerium erklärt eine Waffenruhe für drei Stadtteile der nordsyrischen Stadt Aleppo. Die Waffenruhe in den Vierteln Scheich Maksud, Aschrafija und Bani Said trete um 03.00 Uhr in Kraft, teilt das Ministerium mit. Bewaffnete Gruppen müssten die umkämpften Gebiete bis 09.00 Uhr Ortszeit verlassen. 

Der Ankündigung waren heftige Gefechte zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern vorausgegangen. Nach Angaben der syrischen Behörden sind seit dem erneuten Ausbruch der Kämpfe am Dienstag mindestens sieben Zivilisten getötet und mehr als 140.000 Menschen vertrieben worden. (AFP)
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Viktoria Bräuner
Author Viktoria Bräuner
Libanesische Armee: Erste Phase von Hisbollah-Entwaffnung abgeschlossen
Der Libanon hat die erste Phase seines Plans zur Entwaffnung der proiranischen Hisbollah für abgeschlossen erklärt. Die libanesische Armee teilte am Donnerstag mit, sie habe „die Ziele der ersten Phase ihres Plans erreicht“, die das Gebiet zwischen der israelischen Grenze und dem Fluss Litani umfasst. Sie beabsichtige nun, den Plan zur Entwaffnung der vom Iran unterstützten Miliz auch auf den Rest des Landes auszuweiten.

Die Armee kontrolliert nun nach eigenen Angaben die Region im Libanon südlich des Litani-Flusses „mit Ausnahme des Gebiets und der Stellungen nahe der Grenze, die noch immer von Israel besetzt sind“.

Beirut hatte zuletzt angekündigt, die Hisbollah bis zum Ende des vergangenen Jahres zu entwaffnen. Die Miliz lehnt dies jedoch strikt ab ebenso wie jegliche „politische Gespräche“ zwischen dem Libanon und Israel. Israel macht die Entwaffnung der Hisbollah zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe auf Ziele im Libanon. 

Die Hisbollah hatte nach dem Überfall der Hamas im Gazastreifen im Oktober 2023 eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Ein Jahr nach Inkrafttreten einer Waffenruhe unterhält Israel weiterhin fünf strategisch wichtige Stellungen im Südlibanon in Grenznähe zu seinem Staatsgebiet. (AFP)
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Viktoria Bräuner
Author Viktoria Bräuner
Regierungschef Sánchez offen für Beteiligung Spaniens an Friedenstruppen in „Palästina“
Spaniens linksgerichteter Regierungschef Pedro Sánchez hat sich offen für die Beteiligung seines Landes an Friedenstruppen für die Palästinensergebiete gezeigt. Wenn sich die Gelegenheit biete, werde er dem Parlament in Madrid vorschlagen, „Friedenstruppen nach Palästina zu schicken, sobald wir sehen, wie wir die Befriedungsbemühungen voranbringen können“, sagte Sánchez am Donnerstag in Madrid. (AFP)

Sánchez äußerte sich bei einem Treffen spanischer Botschafter in der Hauptstadt. Weiter sagte er: „Selbstverständlich haben wir Palästina und den Gazastreifen nicht vergessen.“ Spanien müsse sich „aktiv am Wiederaufbau der Hoffnung in Palästina“ beteiligen. Die Lage im Gazastreifen sei „unerträglich“.

Die spanische Regierung gehört in der EU zu den kritischsten Ländern gegenüber Israel. Sánchez hatte die Möglichkeit der Entsendung spanischer Soldaten bereits im Oktober angedeutet. (AFP)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Zehntausende Menschen fliehen wegen Gefechten in Aleppo

Seit Ausbruch der Gefechte zwischen kurdischen Kämpfern und Truppen der syrischen Regierung in Aleppo in Nordsyrien sind Zehntausende Menschen aus den umkämpften Stadtvierteln geflohen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete unter Berufung auf die zentrale Koordinierungsstelle für Notfälle in Aleppo, dass mehr als 140.000 Menschen aus den kurdischen Stadtteilen geflüchtet seien. Der Sprecher der kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) nannte die Zahlen der Regierung „übertrieben“, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Das UN-Nothilfebüro sprach am Mittwoch von mehr als 30.000 Vertriebenen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, bisher seien Zehntausende Menschen geflohen. 

Am Dienstag waren in Aleppo erneut Kämpfe zwischen den SDF und Regierungstruppen ausgebrochen. Seitdem beschießen sich beide Seiten gegenseitig. Hintergrund ist der Streit über eine geplante Eingliederung der kurdischen Kräfte in die staatliche Armee. Ein Abkommen dazu wurde bisher nicht umgesetzt. Unter Beschuss stehen vor allem die beiden kurdischen Stadtviertel Aschrafija und Scheich Maksud. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Zivilisten anzugreifen. (dpa)
Dieses Foto wurde am 8. Januar 2026 aufgenommen und zeigt Rauchwolken, die aus den Stadtteilen Sheikh Maqsoud und Ashrafieh in Aleppo aufsteigen, während heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den kurdischen Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) toben.
Dieses Foto wurde am 8. Januar 2026 aufgenommen und zeigt Rauchwolken, die aus den Stadtteilen Sheikh Maqsoud und Ashrafieh in Aleppo aufsteigen, während heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den kurdischen Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) toben.   Bild: AFP/Omar Haj Kadour
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Wieder gewaltsame Vorfälle in Gaza

Im Gazastreifen haben Extremisten trotz geltender Waffenruhe israelischen Armeeangaben zufolge ein Geschoss Richtung Israel gefeuert. Dieses habe jedoch sein Ziel verfehlt, teilte Israels Militär mit. Medizinische Kreise meldeten unterdes, dass ein elf Jahre altes Mädchen durch israelisches Armeefeuer im Norden des Palästinensergebiets ums Leben gekommen sei. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie habe keine Kenntnis über Opfer in der Gegend.

Bericht über weitere Opfer in Gaza
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete zudem drei Tote und mehrere Verletzte bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Zelt im Süden des Gazastreifens. Demnach sollen dort Vertriebene untergebracht gewesen sein. Unter den Todesopfern waren laut Wafa auch Minderjährige. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Israels Armee teilte mit, sie gehe dem Bericht nach.

Mit Blick auf das fehlgeschlagene Geschoss sagte das israelische Militär derweil, es sei aus der Stadt Gaza, die ebenfalls im Norden des Gebiets liegt, abgefeuert worden. Das Geschoss sei in der Nähe eines Krankenhauses im Gazastreifen eingeschlagen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Von wem der Angriff ausging, war zunächst unklar. 

Israels Armee teilte weiterhin mit, sie habe den Abschussort angegriffen. Auch Augenzeugen im Gazastreifen bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass eine Rakete in der Stadt Gaza abgeschossen worden und in dem Küstenstreifen niedergegangen sei. (dpa)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

EU und Jordanien fordern „schnelle“ humanitäre Hilfe für den Gazastreifen

Die EU und Jordanien haben angesichts der „katastrophalen“ humanitären Lage im Gazastreifen „dringendes Handeln“ gefordert. „Wir fordern die schnelle, sichere und ungehinderte Bereitstellung sowie die nachhaltige Verteilung humanitärer Hilfe“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einem Gipfeltreffen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa mit dem jordanischen König Abdullah II. am Donnerstag in Amman. Zudem wurde die radikalislamische Hamas erneut aufgerufen, gemäß einer entsprechenden UN-Resolution die Regierung im Gazastreifen abzugeben.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße vor. Die Hamas wehrt sich nach wie vor gegen ihre Entwaffnung. 

Gleichzeitig reicht die Menge der Hilfsgüter, die in den Gazastreifen gelangen, nach wie vor nicht aus. Das Waffenruheabkommen sieht die Einfuhr von 600 Lastwagen pro Tag vor, nach Angaben von NGOs und der UNO gelangen tatsächlich täglich nur 100 bis 300 Lastwagen mit Hilfsgütern in das Palästinensergebiet.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Donnerstag während eines Besuchs in Kairo, es gebe „keine Rechtfertigung“ dafür, dass sich die humanitäre Lage im Gazastreifen „auf das derzeitige Niveau verschlechtert hat“. (AFP)
Der jordanische König Abdullah II. (rechts), der Präsident des Europäischen Rates António Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen posieren für ein Foto während des jordanischen EU-Gipfels im Al-Husseiniya-Palast in Amman.
Der jordanische König Abdullah II. (rechts), der Präsident des Europäischen Rates António Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen posieren für ein Foto während des jordanischen EU-Gipfels im Al-Husseiniya-Palast in Amman.   Bild: dpa/AP/Raad Adayleh
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