zum Hauptinhalt
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro.

© REUTERS/Sergio Acero

Präsident Petro berichtet von Telefonat: Trump soll „militärische Operation“ in Kolumbien erwogen haben

Nach der US-Militäraktion in Venezuela sah sich auch Kolumbiens Präsident Petro in Gefahr. Trump habe militärische Schritte erwogen, sagt Petro - dann folgte ein Telefonat.

Stand:

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat zeitweise ein militärisches Vorgehen der USA gegen sein Land befürchtet. US-Präsident Donald Trump habe ihm in einem Telefonat gesagt, „dass er darüber nachdachte, in Kolumbien schlechte Dinge zu tun“, sagte Petro in einem Interview der Zeitung „El País“.

Der linksgerichtete Staatschef nahm nach eigenen Angaben an, dass eine Militäraktion vorbereitet werde. „Der Hinweis war, dass sie bereits etwas vorbereiteten, eine militärische Operation“. Welche konkrete Aktion geplant gewesen sei, wisse er nicht, nur, „dass eine im Gange war“.

Petro sagte, die Vorgänge in Venezuela hätten bei ihm die Sorge ausgelöst, selbst persönlich betroffen zu sein. Auf die Frage, ob er befürchtet habe, ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro, der von US-Soldaten festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht worden war, antwortete er: „Zweifellos“.

Lage nach Telefonat entspannt

Nach einem rund einstündigen Telefonat mit Trump am Mittwoch habe sich die Lage jedoch vorerst entspannt. „Ich glaube, sie [die Bedrohung] wurde eingefroren, aber ich kann mich irren“, sagte Petro. In dem Gespräch habe er seine Positionen darlegen können, unter anderem zur Drogenbekämpfung. Trump habe ihm gesagt: „Ich weiß, dass viele Lügen über Sie erfunden wurden, genauso wie über mich.“ Trump kündigte nach dem Telefonat ein Treffen im Weißen Haus an, ohne einen Zeitpunkt zu nennen.

Der US-Präsident hatte nach der Militäraktion in Venezuela und der Gefangennahme von Maduro auch Kolumbien gedroht. Der Republikaner hatte vor Journalisten gesagt, Kolumbien sei „sehr krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der es liebe, „Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen“. Das werde er „nicht mehr lange machen“, sagte Trump - ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte.

Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, antwortete Trump so: „Das klingt für mich gut.“ Kolumbien ist ein Nachbarstaat von Venezuela in Südamerika und gilt als wichtiger Produktionsstandort für Kokain. (dpa)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })