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Ein Artillerist der 44. Separaten Artilleriebrigade der ukrainischen Streitkräfte, benannt nach Hetman Danylo Apostol, raucht in einem Schützengraben vor einem Feuerangriff auf russische Truppen.

© REUTERS/stringer

1418 Tage: Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert nun länger als der gegen Hitler-Deutschland

Einer Analyse zufolge dauert Putins Krieg in der Ukraine nun länger an, als Stalins Vorrücken bis nach Berlin im Zweiten Weltkrieg. Selenskyj zieht Parallelen zwischen damals und heute.

Stand:

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der sogenannte Große Vaterländische Krieg der damaligen Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Das geht aus einer Analyse der kremlkritischen, russisch- und englischsprachigen Nachrichtenwebsite „Meduza“ hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Demnach habe die Sowjetarmee insgesamt 1418 Tage gebraucht, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen. Damals hatte der Sowjetdiktator Stalin den Großen Vaterländischen Krieg nach dem deutschen Überfall 1941 ausgerufen.

Nach 1418 Tagen Krieg in der Ukraine stecke die russische Armee „seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest“, heißt es in der Analyse der Nachrichtenseite mit Sitz im lettischen Riga. Russlands Invasion in das Nachbarland unter Kremlchef Wladimir Putin dauert nunmehr fast vier Jahre an.

Sie wollten es wiederholen. Und trotzdem versuchen die Russen immer noch, denselben Donbass zu erobern wie vor fast vier Jahren.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Selenskyj: Putin wiederholt den Faschismus

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezog sich am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache auf den „Meduza“-Bericht. „Russlands großangelegter Krieg gegen die Ukraine dauert nun schon genauso lange wie der Krieg Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion“, sagte der Ukrainer und bezog sich dabei ebenfalls auf die Anzahl von 1418 Tagen.

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„Sie wollten es wiederholen“, betonte Selenskyj in seiner Ansprache und ergänzte: „Und sie wiederholten die Misshandlung von Menschen, wiederholten den Faschismus, wiederholten so ziemlich alle Schrecken, die im zwanzigsten Jahrhundert geschehen sind.“ Der 47-Jährige resümiert: „Und trotzdem versuchen die Russen immer noch, denselben Donbass zu erobern wie vor fast vier Jahren. Sie wollen erneut lügen, dass sie Kupjansk eingenommen haben.“

Nach fast vier Jahren kämpfe Russland immer noch gegen die Ukraine, dabei halte diese mithilfe der Unterstützung der europäischen Partner weiterhin die Front aufrecht. Das alles sage viel über Putins aufgebautes System und über ihn persönlich aus, so Selenskyj.

Russland soll täglich 1000 Opfer verzeichnen

„Russlands Verluste betragen mindestens 1000 Tote pro Tag“, berichtet der Ukrainer weiter. Damit bezahle Moskau faktisch dafür, dass der Krieg nicht endet. „Das ist Wahnsinn“, so Selenskyj. Und dieser „russische Wahnsinn“ könne nur mit vereinten Kräften gestoppt werden. Dazu sei die Unterstützung von den USA und Europa notwendig. Unabhängig überprüfen ließen sich die vom Ukrainer genannten Opferzahlen nicht.

Das Medium „Meduza“ betonte in seiner Analyse, dass beide Kriege nicht auf ganzer Linie miteinander verglichen werden könnten. Demnach zeige ein direkter Vergleich vieler Indikatoren, dass der aktuelle Krieg nur für die Ukraine einen existenziellen Charakter habe. Während Kiew es schaffe, den Krieg mithilfe westlicher Unterstützung fortzusetzen, sei der Kreml hingegen nicht in der Lage oder nicht willens, sich auf einen existenziellen Kampf einzulassen. Moskau beschränke sich demnach darauf, seine Anstrengungen nur geringfügig zu verstärken.

A service member of the 65th Separate Mechanized Brigade of the Ukrainian Armed Forces fires a Javelin anti-tank missile system during a military exercise at a training ground near a front line, amid Russia's attack on Ukraine, in Zaporizhzhia region, Ukraine January 7, 2026. REUTERS/Stringer
In Saporischschja feuert ein ukrainischer Soldat nahe der Frontlinie eine Panzerabwehrrakete ab.

© REUTERS/stringer

„Präzise Vergleiche sind unmöglich“, resümiert das Medium. Bei den Vergleichsanalysen sei man „sofort auf methodische Schwierigkeiten“ gestoßen – vor allem, was die konkrete Opferzahl anginge. Während „im Großen Vaterländischen Krieg zig Millionen Menschen starben“, dürfte die Zahl beim aktuellen Krieg in der Ukraine „auf beiden Seiten weit unter einer Million liegen“, so „Meduza“. Die Nachrichtenseite betonte jedoch: „Es gibt keine verlässlichen Daten über die Zahl der Todesopfer im aktuellen Krieg.“

Die ukrainischen Medien vermeldeten an diesem 1418. Kriegstag kleinere russische Geländegewinne bei Wowtschansk in der Region Charkiw sowie bei Pokrowsk im Donbass. Der militärnahe ukrainische Blog „DeepState“ veröffentlichte dazu auf Telegram entsprechende Karten. (mit dpa)

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