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Bunte, schneebedeckte Häuser in Nuuk sind vom Meer aus zu sehen.

© dpa/Evgeniy Maloletka

„Sie haben Hundeschlitten zur Verteidigung“: Trump bekräftigt Grönland-Anspruch und macht sich über Dänemark lustig

Die Frau von Trumps Berater Stephen Miller sorgt mit einem Post für Irritationen: Er zeigt Grönland in US-Farben. Darüber steht „BALD“. US-Präsident Donald Trump legt nach und verärgert Kopenhagen.

Stand:

Ein Social-Media-Beitrag hat erneut zu diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Dänemark geführt. In dem Post auf X von Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie Miller war eine Karte der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland in den Farben der US-Flagge zu sehen. Dazu schrieb sie in Großbuchstaben ein einziges Wort: „BALD“. Katie Miller hat über ihren Mann, Vize-Stabschef Stephen Miller, noch immer enge Beziehungen ins Weiße Haus.

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Nur einen Tag nach dem US-Angriff auf Venezuela schürte der Beitrag neue Ängste vor US-Begehrlichkeiten auf das autonom verwaltete Gebiet in der Arktis. US-Präsident Donald Trump ließ sich auch nicht lange bitten und sagte dem Magazin „Atlantic“ kurze Zeit später: „Wir brauchen Grönland absolut.“

Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. „Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen“, sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland „haben“ sollten, behauptete Trump. 

Trump spottet über Dänemarks Verteidigung

Dann machte sich Trump noch ausdrücklich über den Nato-Partner Dänemark lustig: „Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung.“ 

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen reagierte prompt, wie die Nachrichtenagentur Ritzau meldete. In einer Mitteilung rief sie die USA dazu auf, „mit den Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten aufzuhören und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk, das deutlich gesagt hat, dass es nicht zum Verkauf steht.“

Botschafter und grönländischer Regierungschef fordern Respekt

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatte sich zuvor bemüht, die Wogen zu glätten. „Lassen Sie mich zunächst ganz ruhig und ganz klar sagen, dass es weder Grund zur Panik noch zur Beunruhigung gibt“, schrieb er auf Facebook. Der Post Millers ändere „rein gar nichts“, so Nielsen und fügte hinzu: „Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.“

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Das Bild sei aber respektlos, kritisierte er. Grönland sei eine demokratische Gesellschaft mit Selbstverwaltung, freien Wahlen und starken Institutionen. „Unsere Position ist fest im Völkerrecht und in international anerkannten Abkommen verankert“, so Nielsen weiter.

Auch Dänemarks Botschafter in Washington hatte verstimmt reagiert. Er repostete die Karte auf X und schrieb dazu: „Nur eine freundliche Erinnerung zu den USA und Dänemark: Wir sind enge Verbündete und sollten auch als solche weiter zusammenarbeiten.“

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Die Sicherheit der USA sei auch diejenige Grönlands und Dänemarks. Man arbeite zusammen, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Er erinnerte zudem an Erhöhungen im dänischen Verteidigungshaushalt. Zum Schluss fügte er an: „Und ja, wir erwarten vollen Respekt für die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark.“

Unterstützung bekommt Dänemark von Schweden, Norwegen und Finnland. Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Store schrieb auf der Plattform X: „Grönland ist ein integraler Teil des Königreichs Dänemark. Norwegen steht in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemark.“

Der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson teilte mit: „Nur Dänemark und Grönland haben das Recht, über Angelegenheiten, die Dänemark und Grönland betreffen, zu entscheiden.“ Er fügte hinzu: „Schweden steht voll und ganz hinter seinem Nachbarland.“

Ganz ähnlich äußerte sich Finnlands Präsident Alexander Stubb, dem ein besonderer Draht zum US-Präsidenten nachgesagt wird: „Niemand entscheidet für Grönland und Dänemark außer Grönland und Dänemark selbst.“

Dänemark, seine skandinavischen Nachbarländer und die USA sind allesamt Nato-Bündnispartner. (dpa)

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