zum Hauptinhalt
US-Präsident Donald Trump (M) spricht während eines Treffens mit Ölmanagern im East Room des Weißen Hauses, während US-Vizepräsident JD Vance (l) und US-Außenminister Marco Rubio zuhören.

© dpa/Evan Vucci

US-Ölgeschäfte in Venezuela: Trump-Regierung erwägt Absicherung durch private Sicherheitsfirmen wie im Irak

Der Präsident hat US-Ölkonzernen ein sicheres Investitionsklima versprochen. Es wird auch darum gehen, wer für Schutz sorgen soll. Dabei zeichnen sich Riesengeschäfte für eine andere Branche ab.

Stand:

Nach dem Einsatz von US-Truppen in Venezuela und der Festnahme von Machthaber Nicolás Maduro treibt Donald Trump seine Pläne voran, die Kontrolle über die Ölreserven des lateinamerikanischen Landes zu gewinnen. Bei einem Treffen im Weißen Haus am vergangenen Freitag drängte er die Chefs einiger der weltgrößten Ölkonzerne zu Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar. Ziel sei es, die Energiebranche des Landes massiv auszubauen.

„US-Konzerne werden die Gelegenheit haben, die verrottende Energie-Infrastruktur Venezuelas wieder aufzubauen“, sagte Trump. Venezuela besitzt die größten Ölreserven der Welt – mehr als 300 Milliarden Barrel. Doch die Produktion ist dramatisch eingebrochen.

Die ARD zitierte den venezolanischen Ökonomen José Guerra, der sagte, 1998, vor dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez, habe Venezuela 3,5 Millionen Barrel täglich produziert. Heute seien es nur noch 900.000 Barrel. Die Gründe: Korruption, fehlende Investitionen und die marode Infrastruktur. Hinzu kamen ab 2019 US-Sanktionen.

US-Ölkonzerne machten schlechte Erfahrungen in Venezuela

Trump versprach den Unternehmen ein sicheres Investitionsklima, doch die reagierten skeptisch. ExxonMobil-Chef Darren Woods formulierte es diplomatisch, aber deutlich: Venezuela sei derzeit kein geeigneter Standort für Investitionen. Grund sind schlechte Erfahrungen.

In den 2000er-Jahren enteignete Chávez internationale Ölkonzerne. Diese erlitten zum Teil Milliardenverluste. Für Guerra ist klar: Ohne grundlegende Reformen wird kein Konzern kommen. Das ist die rechtliche Seite. Und dann geht es für die Konzerne vor allem auch um Sicherheitsfragen.

Einem Medienbericht zufolge befindet sich die Debatte, wie die wertvollen Ölvorkommen geschützt werden können, noch in einer frühen Phase. Trump hat eine Präsenz von US-Truppen in Venezuela zwar nicht ausgeschlossen. Der US-Sender CNN berichtet unter Berufung auf informierte Kreise nun aber, dass die Trump-Regierung sich darauf vorbereite, private Militärdienstleister zum Schutz der Öl- und Energieanlagen in Venezuela einzusetzen, anstatt amerikanische Soldaten zu entsenden.

Dem Bericht zufolge sollen sich bereits mehrere private Sicherheitsunternehmen darum bemühen, sich an der Präsenz der USA in Venezuela zu beteiligen. Das Interesse sei angesichts der potenziellen Gewinne groß: Während des Irakkriegs gaben die USA rund 138 Milliarden Dollar für private Sicherheits-, Logistik- und Wiederaufbauunternehmen aus. Wie der Sender weiter schreibt, habe das Verteidigungsministerium eine Informationsanfrage an mögliche Auftragnehmer gestellt. Das Pentagon lehnte demnach eine Stellungnahme zu diesem Bericht ab.

Wird auch Blackwater wie im Irak wieder eine Rolle spielen?

Zu den Sicherheitsfirmen, die im Fokus stehen, soll dem Bericht zufolge unter anderem die Grey Bull Rescue Foundation stehen, eine Gruppe von Veteranen der US-Spezialeinheiten, die der Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin María Corina Machado im vergangenen Jahr zur geheimen Flucht aus Venezuela verholfen hat.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, werde der Einsatz privater Sicherheitsfirmen Aufmerksamkeit erregen. Der Sender weist darauf hin, dass sich die US-Regierungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten zeitweise stark auf private Auftragnehmer verlassen haben, insbesondere während des Höhepunkts des Irakkriegs. Diese waren jedoch von Kontroversen überschattet, von der Tötung irakischer Zivilisten bis hin zu Vorwürfen der Kriegsgewinnlerei.

Wie es weiter heißt, gebe es auch Hinweise darauf, dass das umstrittene Unternehmen Princes Blackwater in Venezuela eine Rolle spielen könnte. Blackwater war nach der US-Invasion 2003 im Irak massiv engagiert und sorgte für Sicherheit, Logistik und Unterstützung für die Ölinfrastruktur. Nach den tödlichen Schüssen auf irakische Zivilisten im Jahr 2007 geriet das Unternehmen jedoch international in die Schlagzeilen und unter intensive Beobachtung. Auch Blackwater wollte dem Bericht zufolge keinen Kommentar abgeben.

Analysten sagten dem Sender, sie gingen davon aus, dass die führenden Ölkonzerne vorsichtig agieren würden, bis die Regierung die Sicherheitsprobleme angehen könne, mit denen sie in Venezuela zu rechnen hätten, in dem noch immer große Teile des Maduro-Regimes aktiv seien.

Bob McNally, Präsident von Rapidan Energy, einer in Washington, DC, ansässigen Beratungsfirma, sagte demnach, dass US-Ölkonzerne sich fragen würden, ob ihre Mitarbeiter dort sicher arbeiten könnten. Und selbst wenn dies derzeit der Fall sei, würde dies auch noch so sein, wenn Trump in drei Jahren aus dem Amt scheidet?

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })