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„Verpfeifen Sie Illegale!“: US-Bar will Abschiebe-Tippgeber mit Freibier belohnen
Eine Bar im US-Bundesstaat Idaho verspricht für Tipps, die zur Abschiebung illegaler Einwanderer führen, einen Monat lang Freibier. Mindestens eine Person soll sich dafür bereits qualifiziert haben.
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Eine Bar im US-Bundesstaat Idaho wirbt mit Freibier für Tipps, die zur Abschiebung illegaler Einwanderer führen. „Jeder, der ICE dabei hilft, einen illegalen Einwanderer aus Idaho zu identifizieren und letztlich abzuschieben, erhält einen Monat lang kostenloses Bier“, schrieb der Old State Saloon am Samstag (Ortszeit) auf der Onlineplattform X. „Verpfeifen Sie Illegale und erhalten Sie einen Monat lang kostenloses Bier!“ Zunächst berichtete der US-Sender Fox News.
Für den Aufruf erhielt die Bar in Eagle im Ada County Unterstützung von der US-Regierung. Das US-Heimatschutzministerium – dem die US-Einwanderungsbehörde ICE untergeordnet ist – teilte den Aufruf mit einer zustimmenden GIF-Animation. Nach Angaben des Ministeriums sind seit dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 mehr als eine halbe Million Menschen abgeschoben worden. Die Aufwertung des Aufrufs quittierte der Old State Saloon wiederum mit: „Ich liebe es!“
Auf X stieß der Aufruf der Bar auf große Zustimmung. Die Facebook-Seite und andere Bewertungsplattformen des Old State Saloons kassieren seit der Ankündigung allerdings vermehrt negative Bewertungen. Die Betreiber der Bar lassen sich davon allerdings nicht von ihrem Plan abbringen. „Und die 1-Stern-Bewertungen von den Verlierern der Linken kommen ins Rollen“, heißt es lediglich.
Bar macht auch Einwanderern selbst ein Angebot
Und es wird nachgelegt: „Nach unserem Ermessen können wir einer Person mehrere Monate gewähren, wenn mehrere illegale Einwanderer abgeschoben werden“, antwortet der Old State Sallon auf die Frage nach einem Limit. Personen, die das Freibier-Angebot in Anspruch nehmen wollen, sollen „eine detaillierte E-Mail mit allen Beweisen, Fotos, Videos, einer Zusammenfassung der Ereignisse, Daten und Uhrzeiten usw.“ schicken.
Mehrere X-Nutzer schlugen der Bar zudem vor, eine Rangliste zu erstellen und am Ende des Jahres einen „Deporter of the Year” (deutsch: Abschieber des Jahres) zu küren. Der Gewinner könne etwa „lebenslang (oder ein Jahr lang oder wie auch immer) kostenlos Bier bekommen“, lautete einer der Vorschläge. „Klingt nach einer guten Idee. Ich werde darüber nachdenken“, erwiderte die Bar.
Mindestens einer Person hat die Bar das Freibier bereits zugestanden: Ryan Spoon, stellvertretender Vorsitzender des Republikanischen Zentralkomitees von Ada County, teilte auf X einen Artikel, der seine Hilfe bei der Festnahme eines mexikanischen Einwanderers beweisen soll. „Das ist genehmigt! Ryan Spoon bekommt ab sofort bis zum 29. Dezember kostenloses Bier im Old State Saloon! Ein wahrer amerikanischer Held!“, bestätigte die Bar auf X.
Auch Einwanderern selbst macht die Bar ein Angebot: „Jeder illegale Einwanderer, der sich selbst abschieben lassen möchte, kann ein kostenloses Bier trinken, bevor ICE im Old State Saloon erscheint, um ihn abzuholen“, heißt es auf X.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Old State Saloon in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Im vergangenen Jahr rief der Betreiber den „Heterosexual Awesomeness Month“ (deutsch: Monat der heterosexuellen Großartigkeit) aus, berichtet Fox News. Als Antwort auf den Pride Month warb die Bar demnach mit Rabatten und kostenlosem Bier für heterosexuelle Männer, Frauen und Paare. Auf ihrer Internetseite bietet die Bar zudem T-Shirts mit der Aufschrift „Hetero“ an oder Magazine für halbautomatische Gewehre, die Musks Hitlergruß-Geste am Tag von Trumps Vereidigung zeigen.
Die Bar bietet zudem ein „Make America Great Again Signature Cocktail Menu“ an: Die Getränke tragen Namen wie „MAGA Rita“ oder „Trump’s Survival Shot“ – eine Anspielung auf das gescheiterte Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf. Weitere Cocktails heißen „Vote Red“ (deutsch: Wähle Rot; wobei Rot für die republikanische Partei steht), „tRUMp“ oder „Biden’s Last Fall Mudslide“.
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