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Ein Flugzeug mit Donald Trump Jr. an Bord landet in Nuuk.

© dpa/EMIL STACH

Update

„Wenn wir es nicht machen...“: Trump besteht auf Grönland und warnt vor Russland und China

Der US-Präsident will die größte Insel der Erde unter seine Kontrolle bringen. Nun behauptet er: Wenn die USA es nicht täten, würden andere Grönland einnehmen. Das Parlament dort reagiert.

Stand:

US-Präsident Donald Trump hat seinen Gebietsanspruch auf Grönland bekräftigt und mit einer Bedrohung durch China und Russland gerechtfertigt. Die USA würden etwas mit Blick auf Grönland unternehmen, ob das gefalle oder nicht, sagte der Republikaner im Weißen Haus. „Denn wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben“, betonte Trump.

Er würde gerne einen Deal machen, „aber wenn wir es nicht auf die einfache Art und Weise tun, werden wir es auf die harte Art und Weise tun“. Die USA müssten Grönland verteidigen, sagte Trump.

Grönlands Politik demonstriert angesichts der Besitzansprüche von Trump auf die zu Dänemark gehörende Insel Einheit. Man wolle, dass die USA „ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land einstellen“, heißt es in einer von den fünf Parteien im grönländischen Parlament Inatsisartut unterzeichneten gemeinsamen Erklärung.

Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein

Erklärung der fünf Parteien im Parlament Inatsisartut

„Die Zukunft Grönlands muss vom grönländischen Volk entschieden werden“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein.“

Man wolle, dass die USA „ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land einstellen“, betonen die Parteivorsitzenden. „Die Zukunft Grönlands muss vom grönländischen Volk entschieden werden“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Die dänische Regierung weist Trumps Anspruch entschieden zurück. Regierungschefin Mette Frederiksen warnte vor einem Ende des Verteidigungsbündnisses Nato, sollten die USA Grönland angreifen. Grönlands Parteivorsitzende erklärten nun, es müsse ein intensiver Dialog „mit unseren Verbündeten und den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten“, sichergestellt werden. Man werde sich weiter für die Sicherheit der Bevölkerung im ganzen Land einsetzen, hieß es.

Grönland mit seinen knapp 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark, das Nato-Partner ist. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland.

Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er die größte Insel der Welt unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf deren große strategische Bedeutung und eine zuletzt große Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region.

Für Aufsehen und Beunruhigung sorgt Trumps Äußerungen vor allem, weil er bislang auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschloss, um Kontrolle über Grönland erlangen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

Bei einem Treffen mit Vertretern von Ölkonzernen im Weißen Haus rechtfertigte Trump nun auch das US-Vorgehen in Venezuela mit einem Verweis auf China und Russland. Ohne die USA, „wären China und Russland dort gewesen“, sagte er. Zugleich gab sich Trump mit Blick auf den Verkauf von Öl offen für Geschäfte mit den beiden Ländern.

Bereits zuvor hatten die USA klargemacht, dass sie sich langfristig den Zugriff auf venezolanisches Erdöl sichern wollen. Trump erwartet nach eigenen Angaben, dass die USA über Jahre hinweg Venezuela führen und die riesigen Ölreserven dort fördern werden.

Auch Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls haben die Vereinigten Staaten angemeldet. Am vergangenen Wochenende hatten Streitkräfte der USA Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen und sie in die USA gebracht. (dpa)

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