Berliner Museumsinsel : Pergamon-Panorama wird im November eröffnet

2011 war das Pergamon-Rundpanorama ein Publikumsmagnet, nun kommt es wieder. Ab November, in einem Interimsbau mit weiteren Museumsschätzen. Denn die Sanierung des Pergamonmuseums dauert, bis mindestens 2023.

Der temporäre Bau für das Pergamon-Museum, rechts das Gehäuse für das begehbare Rundpanorama.
Der temporäre Bau für das Pergamon-Museum, rechts das Gehäuse für das begehbare Rundpanorama.Foto: dpa/Paul Zinken

Seit vier Jahren ist der Pergamonaltar auf der Berliner Museumsinsel für Besucher nicht zu sehen. Versteckt hinter einer stabilen „Einhausung“ aus Metall, soll der riesige Steinkoloss aus dem 2. Jahrhundert vor Christus die Generalsanierung des Hauses unbeschadet überstehen. Für die Wiedereröffnung gibt es noch keinen genauen Termin, sie wird voraussichtlich 2024 stattfinden, eventuell auch schon 2023.

Ab November diesen Jahres können aber zumindest Teile wieder besichtigt werden. Dann wird endlich das Ausweichquartier direkt gegenüber der Museumsinsel eröffnet, wie die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Ursprünglich sollte es schon im Frühjahr eröffnen, dann jetzt, nach den Sommerferien, der Termin hat sich auf November verschoben. In dem temporären Bau wird unter dem Titel "Pergamonmuseum. Das Panorama“ der restaurierte Telephos-Fries aus dem Altar zu sehen sein, dazu weitere wichtige Meisterwerke der antiken Metropole. Eine 3D-Visualisierung soll einen Gesamteindruck der monumentalen Anlage an der kleinasiatischen Küste in der heutigen Türkei vermitteln.

Das ist das vielleicht Wichtigste: Das Rundpanorama von Yadegar Asisi kehrt zurück, der Künstler hat es inzwischen überarbeitet, es ist aktueller und noch größer geworden. Das begehbare Panorama war bereits 2011/2012 aim Ehrenhof des Pergamonmuseums zu sehen und hatte 1,5 Millionen Besucher angelockt. Auch das temporäre Ausstellungsgebäude basiert auf einer städtebaulichen Idee von Asisi: Ein 108 Meter langer und 14,50 Meter breiter Riegel nimmt etwa 80 bedeutende Kunstwerke, Reliefs Skulpturen und einige Mosaike aus der Pergamonsammlung auf. Das Rundpanorama ist in der Mitte des Ausstellungsrundgangs integriert, es soll 104 Meter lang und 30 Meter hoch sein, sechs Meter höher als das vorherige.

Mit dem neuen Ausstellungshaus soll nach den Worten von Stiftungspräsident Hermann Parzinger das Thema Pergamon für die Besucher „erfahrbar“ bleiben. Der Interimsbau - ein anthrazitfarbener Block mit einem wuchtigen, mattgoldenen Turm - ist ein Novum für die Staatlichen Museen. Die Stuttgarter Wolff Gruppe hat das Haus nach Asisis Idee mit privatem Geld in Leichtbauweise errichtet, die Kosten sollen durch den Eintritt wieder hereinkommen. Das Grundstück stellte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kostenlos zur Verfügung.

Bei der Museumssanierung gab es Zeitverzögerungen - und eine heftige Kostensteigerung

Grund für die aufwendige Aktion ist die langjährige Schließung des Museums, das seit 2013 in zwei Abschnitten saniert. Ein Großteil des Altars, vor allem der legendäre Gigantenfries am Sockel, sollte dabei aus Sicherheitsgründen nicht ausgebaut werden. Er bekam seine Schutzhülle, der Altarsaal wurde 2014 für Besucher geschlossen. Die Arbeiten verzögern sich: Dass der zunächst für 2019 avisierte Fertigstellungstermin nicht gehalten werden konnte, liegt vor allem an Problemen mit dem Baugrund, die vor zwei Jahren zutage traten. Auch die Kosten sind damit gestiegen, von 261 auf 477 Millionen Euro.

Mittlerweile gehen die Sanierungsarbeiten voran, teilte das verantwortliche Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit. Die Tiefbaumaßnahmen seien abgeschlossen, die Dachkonstruktion und die Lichtdecken fertiggestellt, sagte eine Sprecherin. Derzeit laufe der Einbau einer neuen Treppenanlage für den barrierefreien Zugang zum Haus.

Derweil läuft im Südflügel der Museumsbetrieb weiter. Dort sind Attraktionen wie das Ischtar-Tor, das Markttor von Milet und die Mschatta-Fassade wie gewohnt zu sehen. Nach der Eröffnung des Ausweichquartiers ist ein gemeinsames Ticket für beide Häuser geplant. Tsp/dpa

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