Hilfe für Künstler : Grütters erweitert Etat für Kunstsammlung des Bundes

In der Corona-Pandemie will der Bund mehr Kunst kaufen. Die Kulturstaatsministerin stellt 2,5 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

Die Kunst aus der Sammlung des Bundes hat keinen eigenen Ortes werden, sie wird u.a. an Ministerien, Botschaften und das Bundeskanzleramt ausgeliehen und in Ausstellungen gezeigt.
Die Kunst aus der Sammlung des Bundes hat keinen eigenen Ortes werden, sie wird u.a. an Ministerien, Botschaften und das...Foto: picture alliance / dpa

In der Corona-Pandemie wird einem Zeitungsbericht zufolge auch die Kunstsammlung des Bundes erweitert. Dafür habe Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den diesjährigen Ankaufetat der Sammlung zeitgenössischer Kunst innerhalb des Programms „Neustart Kultur“ um 2,5 Millionen Euro auf drei Millionen Euro erhöht und damit versechsfacht, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Mit dem Geld sollen demnach in diesem Jahr 150 Kunstwerke für die Sammlung erworben werden.

Eine unabhängige Ankaufkommission werde sowohl bei Kunstmessen als auch bei Künstlern direkt und in Galerien entsprechende Werke aussuchen. Der Wert eines erworbenen Kunstwerks werde im Regelfall 20.000 Euro nicht überschreiten; eine Bewerbung von Künstlern dafür sei aber nicht möglich.

Grütters sagte der Zeitung: „Mit der kurzfristigen Erhöhung des Ankaufbudgets ermöglichen wir über die Kunstsammlung des Bundes einen raschen und wirkungsvollen Impuls zur Belebung der Kunstproduktion in der aktuell schwierigen Situation.“ Von einer breiten Streuung der Ankäufe sollten vor allem kleinere Galerien profitieren und durch den Direkterwerb in Ateliers Künstler „ermutigt und unterstützt werden“.

1970 wurde die Sammlung zeitgenössischer Kunst des Bundes gegründet

Das Programm „Neustart Kultur“ ist ein milliardenschweres Rettungsprogramm der Bundesregierung, das die Förderung ganz verschiedener Bereiche von Kultur und Medien vorsieht. Im Fokus stehen dabei vor allem Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden. 

Die 1970 gegründete Sammlung zeitgenössischer Kunst des Bundes wird den Angaben zufolge von der Kulturstaatsministerin verwaltet und betreut; eine halbe Million Euro steht dafür pro Jahr normalerweise zur Verfügung. Die Mitglieder der unabhängigen Ankaufkommission würden für jeweils fünf Jahre berufen und sind ehrenamtlich tätig.

Laut einer Selbstdarstellung der Bundesregierung von 2019 „treffen sich die Mitglieder zum Ankauf auf den drei international wichtigen Kunstmessen in Basel, Berlin und Köln“. Bliebt abzuwarten, wo sie mit dem zusätzlichen Etat in diesem Jahr einkaufen werden. In Berlin sollen im September die Kunstmessen „Positions Berlin Art Fair“ und „Paper Positions“ stattfinden.

Initiiert wurde die Bundeskunstsammlung vom damaligen Bundeskanzler Willy Brandt. Zur Sammlung gehören unter anderem Werke von Georg Baselitz, Katharina Grosse, Gerhard Richter und Sigmar Polke. Tsp/dpa

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