• Inhaftierter ukrainischer Filmemacher: Oleg Senzow gewinnt Sacharow-Menschenrechtspreis

Inhaftierter ukrainischer Filmemacher : Oleg Senzow gewinnt Sacharow-Menschenrechtspreis

Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow erhält den diesjährigen Sacharow-Menschenrechtspreis.

Der inhaftierte Filmemacher Oleg Senzow aus der Ukraine
Der inhaftierte Filmemacher Oleg Senzow aus der UkraineFoto: Uncredited/AP/dpa

Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist der Gewinner des diesjährigen Sacharow-Menschenrechtspreises. Das teilten die Liberalen und die Christdemokraten im EU-Parlament am Donnerstag mit. Senzow wurde im Mai 2014 festgenommen, nachdem er öffentlich gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland protestiert hatte. Er war 2015 in einem umstrittenen Prozess in Russland zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden - wegen angeblich geplanter Terroranschläge.

Senzow ist nach einem mehrmonatigen Hungerstreik in einer Strafkolonie in Sibirien gesundheitlich so angeschlagen, dass er in Lebensgefahr schwebt. Mit der Protestaktion wollte er erreichen, dass alle in Russland inhaftierten politischen Gefangenen aus der Ukraine freigelassen werden.

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird vom Europaparlament seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen.

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Ukrainischer Filmemacher Senzow erhält Sacharow-Preis
Ukrainischer Filmemacher Senzow erhält Sacharow-Preis

Im Rennen um den Preis waren auch mehrere Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Flüchtlinge retten, sowie der ebenfalls inhaftierte marokkanische Menschenrechtsaktivist Nassar Zefzafi.

Die Preisverleihung ist am 12. Dezember in Straßburg geplant. Dass Russland den inhaftierten Preisträger dazu ausreisen lässt, gilt als unwahrscheinlich.

Unter den früheren Preisträgern waren der saudiarabische Blogger Raif Badawi, der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, sowie die jesidische Aktivistin Nadia Murad und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege. Murad und Mukwege erhielten für ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt Anfang Oktober auch den diesjährigen Friedensnobelpreis.

Im vergangenen Jahr ging der Preis an die "demokratische Opposition" in Venezuela. (AFP, dpa)

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