Konzertbranche in der Coronakrise : Konzertveranstalter bitten: behaltet die Tickets!

Berliner Konzertveranstalter schlagen Alarm. Der Ticketverkauf ist um 95 Prozent eingebrochen. Die Veranstalter bemühen sich um Verlegung aller Konzerte und hoffen auf die Solidarität von Besuchern und Politik.

Die Waldbühne in Berlin - ähnlich wird es dort noch eine Weile aussehen.
Die Waldbühne in Berlin - ähnlich wird es dort noch eine Weile aussehen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Vier bis fünf Monate. Das ist der Ausfallrahmen kleiner und großer Konzerte, mit dem die Berliner Konzertveranstalter derzeit rechnen. Am Donnerstag meldeten einige von ihnen sich in einer Videokonferenz zu Wort. 

Burghard Zahlmann von gleichnamigen Concertbüro, Tom Spindler von Trinity Music, Klaus Bönisch von KB-K und weitere schilderten die durch den Totalausfall von Veranstaltungen ausgelöste Not der Branche. 

Die Veranstalter hoffen auf Finanzhilfen

Der Kartenverkauf sei um 95 Prozent eingebrochen, sagte Zahlmann. Und sein Kollege Bönisch berichtete von den Schwierigkeiten, amerikanische Künstler wie Lenny Kravitz auf neue Termine umzubuchen. Zumal unklar ist, welche derzeitigen Reisebeschränkungen womöglich in der Zukunft weiterwirken.

Die Konzertbranche bemüht sich derzeit um staatliche Finanzhilfen. Klaus Bönisch appellierte an Kartenkäufer, das Eintrittsgeld nicht zurückzufordern: "Behaltet die Tickets!" 

Auch Gutscheinlösungen sind im Gespräch

Rückgaben würde bei kleinen und mittleren Veranstaltern zu Insolvenzen führen. Ohne permanenten Cashflow könnte die Branche nicht überleben. 

Sämtliche Veranstalter sind bemüht, alle Konzerte nachzuholen. Ostern hoffe man zu wissen, ob und in welchem Zeitrahmen das gelingt, sagte Burghard Zahlmann. Für Totalausfälle sind Gutscheinlösungen im Gespräch. 

Ein weiterer dringlicher Appell ging an die Politik, mehr Konzerte in der Waldbühne und Wuhlheide zuzulassen, damit Nachholtermine auch in der Freiluftsaison 2021 möglich sind.

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