
© CAPADOL, Lih-Tsan
Kraftklub, Jassin, Pabst, The Saints: Die Alben der Woche im Soundcheck
Kraftklub hat es geschafft, Jassin besingt seine Jugend in Ostdeutschland, Pabst lebt wilde Fantasien aus, The Saints zelebriert ein musikalisches Vermächtnis. Die Alben der Woche im Soundcheck.
- Jochen Overbeck
- Jana Weiss
- Martin Schüler
- Torsten Groß
Stand:
Jeden Freitag stellen vier Popmusikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche in der Sendung „Soundcheck“ bei Radio eins vor.
Kraftklub: Sterben in Karl-Marx-Stadt (Eklat)
„Wir ham’s geschafft, schon bis hierher“: In „Marlboro Mann“ sind diese Zeilen als Aufmunterung in einer Krisensituation gedacht. Ebenso gut kann man sie auch als erstaunte Bilanzierung lesen: Huch, uns gibt’s ja immer noch! Kraftklub durchmessen auf „Sterben in Karl-Max-Stadt“ zentrale Themenwelten wie Abschied, Wiederkehr und, klar, die Zumutungen der Gegenwart.
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Beeindruckend ist dabei die Featureliste: Nina Chuba klebt ihre defekte Seele mit Gaffatape zusammen, Deichkind laden vorm Fenster zum Duolingorave, Faber berichtet aus dem Jenseits – und Domiziana raucht die letzte Zigarette. Schön. Jochen Overbeck, freier Kulturjournalist
Jassin: Arsenalplatz (Sony)
Jassins Kindheit war geprägt von Rassismus und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. In seinem Debütalbum „Arsenalplatz“ besingt der Zwanzigjährige den zentralen Treffpunkt seiner Jugend in der ostdeutschen Provinz und wirft einen kritischen, aber auch liebevollen Blick auf diese Zeit.
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Er blickt auf seine Familie und Heimat, seziert mit poetischen Texten die Sorgen, die sich junge Menschen auch außerhalb von Lutherstadt Wittenberg machen, zeigt sich zerbrechlich, naiv. Dass er seinen Sound noch nicht ganz gefunden hat, passt dabei fast zum Konzept. Jana Weiss, Tagesspiegel
Pabst: This Is Normal Now (Ketchup)
Seit ihrer letzten Veröffentlichung blieb kaum ein Stein auf dem anderen im Erdenrund. Unter rasenden Schleudergängen haben die sechs Augen von Pabst ihre Welt in Splitterteile zerschellen sehen. Dabei brannte sich ihnen offenbar eine Erkenntnis ins Fleisch: Sobald das Chaos zur Ordnung wird, schlagen die Stunden der Verzerrer. Hyper Rock taufen sie ihre herrlich teenagerhaft anmutende Regulationsstrategie für das Äon der Polykrise.
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Ein Schlüsselwort dieser rebellischen Saitenmusik lautet Karambolage. Getragen von Emoakkorden und Shoegazehall machen sich Delfine auf „Orca Whale“ an das Zermartern von Prachtyachten. Bei dem Pop-Punk-Gassenhauer „Destroy Everything“ plädieren die Berliner für linksradikale Redistributionen, nach deren Abwicklung die Hütten ein wenig hübscher und die Palaste ein wenig kärglicher dreinschauen. Pubertäre Fieberträume also, die seltsam veritabel erscheinen an Tagen wie diesen. Martin Schüler, freier Musikjournalist
The Saints: Long March Through The Jazz Age (Fire)
In der australischen Punkszene der Siebzigerjahre war The Saints der Fixstern, an dem Radio Birdman, The Church sowie später Rowland S. Howard, Nick Cave und all die anderen sich orientierten. Vergleichbarer Ruhm wie Letzterem war ihnen nie beschieden, The Saints blieb jahrzehntelang eine der großen, prägenden Underground-Bands.
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Drei Jahre, bevor der legendäre Saints-Sänger Chris Bailey 2022 starb, war er mit dem alten Gefährten Pete Wilkinson noch einmal nach Sidney gereist, um neue Songs aufzunehmen. Aus diesen Aufnahmen ist nun das musikalische Vermächtnis dieses großen australischen Schmerzenssängers geworden. Torsten Groß, Moderator
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