Österreichische Autorin : Eva Menasse eröffnet Literaturfestival Berlin

Elf Tage Lesungen von Schriftsellern aus aller Welt: Am Mittwoch startet das Internationale Literaturfestival Berlin mit einer Rede von Eva Menasse.

Eröffnungsrednerin. Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse.
Eröffnungsrednerin. Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse.Foto: Mike Wolff

Basar der Weltliteratur, intellektuelle Diskursmaschine und politische Bühne für die Wahrung universaler Menschenrechte: Das 18. Internationale Literaturfestival Berlin (ilb), das am morgigen Mittwoch um 18 Uhr im Haus der Berliner Festspiele, dem Hauptspielort, mit einer Rede von Eva Menasse eröffnet wird, ist all das – und mit Zusatzprogrammen wie Filmvorführungen und Ausstellungen noch viel mehr. Elf Tage lang, vom 5. bis zum 15. September, inszeniert Festivaldirektor Ulrich Schreiber ein Kulturangebot von verwirrender Fülle. Zur Veranstaltungsdichte hat auch eine Finanzspritze des Hauptstadtkulturfonds beigetragen, die den Etat des ilb für die nächsten vier Jahre von bisher 350 000 Euro auf 600 000 Euro hat wachsen lassen.

Das Publikum bekommt dabei die nicht selbstverständliche Gelegenheit, seine Neugier neben europäischen Premieren auch auf andere Kontinente richten zu können. So präsentiert die zweite Ausgabe des „Refugees Worldwide“-Projekts, das wir auf dieser Seite mit einer Reportage über die aus Myanmar nach Bangladesch geflohenen Rohingya vorstellen, unter anderem Berichte aus Venezuela, Südafrika, Indien und Manus Island im Norden von Papua-Neuguinea. Auch die Situation in Myanmar selbst, das gerade zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters, wegen angeblichen Verrats von Staatsgeheimnissen zu sieben Jahren Haft verurteilt hat, wird in einer eigenen Veranstaltung erörtert (Fr 7. 9., 18 Uhr, HdBF). Wa Lone und Kyaw Soe Oo hatten zur Ermordung von zehn Männern und Jungen der Rohingya recherchiert.

200 Gäste aus über 50 Ländern

Neben zahlreichen Lesungen und Diskussionen zur Kinder- und Jugendliteratur sowie der Graphic Novel prägen fünf aktuelle Themenschwerpunkte das Programm: „Decolonizing Wor:l:ds“, „Nature Writing“, „The Art of Cooking“, „The Politics of Drugs“, ein Kongress zur Zukunft des Nationalstaates und Gespräche über „Die Evolution der menschlichen Kultur“, die der Dichter Raoul Schrott mit Naturwissenschaftlern führt. Auch mehrere Veranstaltungen zur Lage von Hongkong sind geplant.

Die rund 200 Gäste stammen aus über 50 Ländern und repräsentieren die unterschiedlichsten Sparten. Auf dem Programm stehen unter anderem internationale Romanpremieren von Sebastian Barry (Irland), Zaza Burchuladze (Georgien), Rachel Cusk (Großbritannien), Jennifer Egan (USA), Dmitry Glukhovsky (Russland), Olivier Guez (Frankreich), Francesca Melandri (Italien), Michael Ondaatje (Kanada) und Vivek Shanbhag (Indien). Zu den deutschsprachigen Premieren gehören die Romane von María Cecilia Barbetta, Nino Haratischwili, Helene Hegemann, Steffen Mensching und Juli Zeh. Gleich am ersten Abend liest der Schauspieler Burghart Klaußner zum ersten Mal aus seinem Roman „Vor dem Anfang“. Im Lauf von vier „Poetry Nights“ kommt auch die Lyrik nicht zu kurz. Die Einzelkarte kostet acht Euro, das Tagesticket 18 Euro, der Pass für das gesamte Festival 60 Euro. Mehr unter www.literaturfestival.com. Tsp

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