Sinfoniekonzert in der Komischen Oper : Der Sound von Hollywood

Arabella Steinbacher begeistert mit Krongolds Violinkonzert, das Orchester der Komischen Oper und Ainars Rubikis schwelgen in Ravels Klangfarben.

Arabella Steinbacher wurde 1981 in München geboren.
Arabella Steinbacher wurde 1981 in München geboren.Foto: Sammy Hart

Auf dem Spielplan der Komischen Oper feiert die „Zauberflöte“ dieser Tage wieder ihre Liebeserklärung an den Stummfilm. Eine grandiose Erfolgsgeschichte. Unterdessen begibt sich das Orchester des Hauses allein auf Grenzgebiete zwischen Jazz, Filmmusik und Ballett. Es eröffnet sein 4. Sinfoniekonzert an der Behrenstraße mit der jazzigen Orchestrierung des Songs „Tea for Two“ von Schostakowitsch, in der neue Farben sprühen.

Generalmusikdirektor Ainars Rubikis steht am Pult und zeigt zu wiederholtem Mal, dass seine Programme auf herausragende Instrumentalsolistinnen bauen. Nach Isabelle Faust und Marie-Elisabeth Hecker mit dem Doppelkonzert von Brahms ist es diesmal Arabella Steinbacher, die als Königin des Abends Stürme der Begeisterung auf sich lenkt.

Mit Erich Wolfgang Korngold geht das Programm ins Kino. Denn der Schöpfer der „Toten Stadt“, die Rubikis als seine erste Premiere als GMD an der Komischen Oper herausgebracht hat, zitiert in seinem Violinkonzert reichlich aus eigenen Filmmusiken.

Und die Geigerin Arabella Steinbacher trifft genau den Schmelz des Sound of Hollywood. Sie zelebriert ihn mit der hohen Kunst ihrer Intonation und zirzensischer Lust an Flageolett und Virtuosität. Steinbacher hat das Feeling, Hollywood von der Wiener Klassik zu unterscheiden und huldigt ihm dabei mit feiner Sensibilität. So folgt auch „My funny Valentine“ von Richard Rodgers mit ihr als Solistin. Am 24. April wird das Orchester übrigens ein Konzert mit Filmmusiken von Miklos Rozsa und Korngold spielen.

Das Engagement aller Mitwirkenden triumphiert

Mit den Suiten aus dem Ballett „Daphnis et Chloé“ geht es in das antike Griechenland von Maurice Ravel. Das liegt anders als der bukolische Roman von Longos eher in Frankreich. Mit dem reichsten Klang, den dieser Höhepunkt der französischen Musik beschwört, hat das Orchester alle Möglichkeit, sich zu entfalten. Und nimmt sie wahr.

Die Flöten von Piccolo bis Altflöte besingen anrührend die Liebe der beiden Hirtenkinder, und Rubikis spielt differenzierend auf der Palette, die die Partitur von geteilten Geigen bis Contrafagott und Tuba aufbietet. Er neigt dazu, das Orchester quasi buchstabierend auf seine Interpretationen einzustimmen. In der Pause sah man die Harfenistinnen auf der Bühne sich einspielen zum „Lever du jour“, und in der „Danse générale“ triumphiert das Engagement aller Mitwirkenden.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!