Symposien, Ausstellungen, Publikationen : Das Bauhaus feiert weiter

Das Bauhaus-Jubiläumsjahr geht in die nächste Runde: In den Dessau, Weimar und Berlin finden Veranstaltungen statt.

Stilikone. Das Haus am Horn in Weimar ist jetzt wieder offen.
Stilikone. Das Haus am Horn in Weimar ist jetzt wieder offen.Foto: Thomas Müller

Die großen Eröffnungen zum Bauhaus-Jubiläum haben zwar schon stattgefunden, Weimar hat sein neues Museum, doch noch immer wird gefeiert mit Symposien, Ausstellungen, Publikationen. In Berlin lädt am 24. und 25. Mai die Akademie der Künste zum Kolloquium „Mythen – Bauhäuser – Dogmen“ ein. Es geht um die Wirkung des Bauhauses, das im 100. Jahr seiner Gründung zelebriert wird, als habe es die Moderne alleine erfunden. Unter der Leitung von Wulf Herzogenrath (Sektion Bildende Kunst) und Matthias Sauerbruch (Architektur) soll ein kritischer Blick auf die Markenbildung des Bauhauses geworfen werden, das sich wie kaum eine andere Kunstschule zu vermarkten verstand.

Der Museumsmann Wulf Herzogenrath hat an dieser Popularisierung des Bauhauses durchaus Anteil gehabt, als einer der Macher der ersten Jubiläumsausstellung vor 50 Jahren im Württembergischen Kunstverein, die dann um die Welt zog. „Das Bauhaus gibt es nicht“ lautet der augenzwinkernde Titel seines im Berliner Alexander-Verlag herausgegebenen Buches mit früheren Texten von ihm und Fotos von Ruth Hollós und Erich Consemüller, die damals am Bauhaus studierten (152 S., 90 Abb., 22 €).

Zeitgleich mit dem Berliner Symposium eröffnet in Kassel die Ausstellung „bauhaus/documenta. Vision und Marke“, die beide Institutionen vergleicht. Kurator ist unter anderem der Berliner Architekt Philipp Oswalt, einst Direktor der Dessauer Bauhaus-Stiftung, heute Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Universität Kassel. Am 31. Mai startet in Dessau selbst das Architektur-Festival „Radikal“, das unter anderem in dem von Walter Gropius entworfenen Arbeitsamt stattfindet. Hundert Studierende aus aller Welt erarbeiten mit zehn internationalen Architekten sogenannte „Signature Architectures“.

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Ein Klassiker dieser Gattung lässt sich seit dem 18. Mai wieder in Weimar besichtigen. Dort wurde nach langjähriger Restaurierung das Haus am Horn, die weltweit erste Bauhaus-Architektur, mit einer neuen Dauerausstellung der Öffentlichkeit übergeben. Am 11. Juni feiert Berlin im Zeichen des Bauhauses: Endlich findet der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs statt.

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