Theaterstadt Berlin : Wie geht es weiter mit der Volksbühne?

Kommt nach den Übergangsgeschichten das Ende? Von der Zukunft der Volksbühne und anderen Großbaustellen der Theaterstadt Berlin.

Die Berliner Volksbühne
Die Berliner VolksbühneFoto: Paul Zinken/dpa

Was für ein tolles Gefühl! Die Plätze voll besetzt, ein Summen und Brummen im Foyer, so viele junge Menschen, freudig gespannt – und mal nicht die üblichen Verdächtigen, die zusammenstehen beim Bier oder sich aus dem Weg gehen.

Auch das kann im Theater passieren, sogar in der Volksbühne. Letzte Woche feierte dort das Landesjugendballett seinen ersten Geburtstag. Selbst Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, hatte mal einen netten Abend. Man darf der Staatlichen Ballettschule mit ihren Leitern Ralf Stabel und Gregor Seyffert gratulieren. Sie hatten Jugend-Compagnies aus Prag und Zürich, Dortmund und München, Amsterdam und Manaus zu Gast – eine kleine Weltreise mit Spitzentanz. Bei der Gelegenheit wirkte die Volksbühne zur Abwechslung mal freundlich und offen.

Sonst herrscht seltsame Stille. Interimsintendant Klaus Dörr und die tapfere Belegschaft basteln an einem Plan für die nächsten beiden Spielzeiten. Und am kommenden Wochenende lädt die Akademie der Künste zum Palaver: „Vorsicht Volksbühne! Das Theater, die Stadt und das Publikum“. Kultursenator Klaus Lederer ist auch dabei. Er sucht Rat und will sich offensichtlich in jedem Fall öffentlich absichern, wenn er denn zu einer Entscheidung über die Zukunft des Hauses kommt, unter Nachbarn. Am Rosa-Luxemburg-Platz sitzt auch die Zentrale der Linkspartei. Und die weiß im Moment selbst nicht, wo ihre Reise hingehen soll.

Ach, Volksbühne. Erst wurde Dercon torpediert, dann hat er sich auch noch als unfähig herausgestellt. Das Ganze erinnert an die Geschichte des Theaters der Freien Volksbühne nach der Wende. Nach der Intendanz Neuenfels kamen Übergangsgeschichten – und bald das Ende. Und dann gingen die Berliner Festspiele in das Haus, mit dem sie allerdings seit einiger Zeit sehr wenig anfangen. Die Festspiele tauchen ab in immersive Künste, machen sich klein. Auch das gehört zum Thema Theater, Stadt und Publikum, das jetzt aufgerufen ist. Die Theaterstadt Berlin hat einige Großbaustellen.

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