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Stasi-Museum und Luxemburg/Liebknecht: Freiheitsgedanken und Kapitalismuskritik

Am Samstag ins Stasi-Museum, am Sonntag zu Rosa und Karl ans Grab. Auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR lässt uns die Vergangenheit nicht los.

Richtig alt ist Berlin ja nicht, aber randvoll mit Geschichte – und zudem voller Leute, die damit etwas anzufangen wissen. Einige tausend sind am Samstag zum „Bürgertag“ in die Ruschestraße gekommen, um das neu eingerichtete Stasi-Museum in Augenschein zu nehmen. Erich Mielkes kunstlederne Casino-Sesselchen geben genauso einen Eindruck vom Selbstverständnis der kleinbürgerlich-großen Männer des SED-Regimes wie das einen ganzen Straßenblock füllende Gebäude-Sortiment der Staatssicherheit.

Und die Leute wollten es sehen, um es zu begreifen, wenigstens im Nachhinein, Alte, Familienväter mit Kindern, Junge. Wieder ein paar Tausend, die sich am freien Samstag über Demokratie und Freiheit Gedanken gemacht haben und darüber, wie man Menschen um beides bringt.

Tags darauf: Abermals Tausende unterwegs, andere, aber auch in sozusagen historischer Mission. Auf dem Sozialistenfriedhof in Friedrichsfelde trifft sich alles, was an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht glaubt und daran, dass man Gerechtigkeit herbeiregieren kann. Längst ist das von der Linken organisierte Gedenkritual viel mehr als ein Rest DDR, in die Bundesrepublik transportiert – und auch viel mehr als Polit-Nostalgie. Hier tanken die Kapitalismus-Kritiker Kraft für das laufende Jahr.

Der Ort ist gerade zwei Kilometer entfernt vom Stasi-Museum in der Ruschestraße. Berlin-Lichtenberg hat es wirklich in sich.

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