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Debatte um Kai Wegner im Blackout: Auch ein Regierender muss aufs Durchatmen achten
Unser Leser hält es für „kleingeistig, unrealistisch und ungesund“, von Berlins Regierendem Bürgermeister den „ununterbrochenen Krisenmodus“ zu verlangen. Und wie sehen Sie’s?
Stand:
Was ist das nur für eine Hatz, die da gegen Kai Wegner befeuert wird. Es scheint die schiere Gier nach einer irgendwie zum Skandal taugenden Geschichte.
Angesichts von großen Problemen und persönlichen Nöte vieler Menschen ist es besonders einfach, alle von großer Betroffenheit und Aktivismus abweichenden Lebensäußerungen eines Regierenden Bürgermeisters als böses Fehlverhalten anzusehen. Aber was ist das für eine kleingeistige und auch ganz unrealistische, schließlich höchst ungesunde Sichtweise.
Keinem Menschen, der in seiner Wohnung gefroren hat, wäre es besser gegangen, wenn sich Kai Wegner den ganzen Tag nur betroffen, bekümmert und im ununterbrochenen Krisenmodus gezeigt hätte. Allen Menschen, die mit viel Stress, Terminen und Belastungen aller Art umzugehen haben, wird stets geraten, aufs Durchatmen zu achten. Und ja, auch wenn wir in größten Schwierigkeiten stecken, hat das Leben zum Glück immer auch helle Seiten.
Es erinnert mich an den glücklosen Armin Laschet, der schon aufgrund seines Versuchs um eine ausgleichende, moderierende Linie beim Umgang mit Corona zur Zielscheibe wurde und schließlich für ein Lachen im Gesicht bei einer Veranstaltung mit traurigem Anlass (Flut im Ahrtal) endgültig vor allem medial zerlegt wurde.
Ich bin froh, dass es auch in meinen schwersten persönlichen oder beruflichen Zeiten immer auch kleine Lichter gab, die Kraft und auch Heiterkeit schenken. Ich würde mich freuen, wenn wir den Menschen in politischer Verantwortung gerade angesichts großer Lasten dieses Quäntchen fairer Menschlichkeit zugestehen.
Übrigens, ich bin kein Anhänger von Kai Wegner. Mir wäre es viel lieber, wenn wir uns mit seinen und politischen Prioritäten und vielfach rückwärts gewandten Konzepten befassen würden, die uns obendrein eine gewaltige Schuldenlast bescheren. Jochen Sindberg. Berlin-Pankow
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