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Debatte nach FDP-Vorstoß : Union und Grüne gegen Legalisierung von Leihmüttern

Kinder durch Leihmütter austragen zu lassen, ist hierzulande verboten. Eine FDP-Expertin will die Legalisierung. Doch Union und Grünen ist das nicht geheuer.

Routine. In vielen Ländern Europas ist die Verwendung gespendeter Eizellen erlaubt.
Routine. In vielen Ländern Europas ist die Verwendung gespendeter Eizellen erlaubt.Foto: Hirschberger/dpa

Union und Grüne wehren sich gegen Forderungen aus der FDP, in Deutschland künftig auch Leihmutterschaften zu erlauben.

Die Regelungen für Kinderwunschbehandlung und Reproduktionsmedizin seien zwar teilweise reformbedürftig, sagte die Rechtsexpertin der Grünen-Fraktion,  Katja Keul, dem Tagesspiegel. „Aber selbst die nichtkommerzielle Leihmutterschaft birgt Missbrauchsrisiken und kann dem Wohl von Mutter und Kind entgegenstehen.“  

Ob man Eizellspenden legalisieren sollte, sei bei den Grünen noch ungeklärt, räumte die Grünen-Politikerin ein. Hier befinde man sich noch „mitten in der Debatte“. Wichtig sei, dass man solche Spenden nicht nur als weitere reproduktionsmedizinische Möglichkeit sehe, sagte Keul. "Wir müssen auch die Risiken diskutieren, die für die Eizellspenderin bestehen.“

Unionsexpertin findet "eng begrenzte, altruistisch motivierte Ausnahmen" diskutierbar

Die Unionsfraktion wandte sich „eindeutig“ gegen kommerzielle Eizellspenden oder Leihmutterschaft. Persönlich wolle sie sich aber „Diskussionen über eng begrenzte, rein altruistisch motivierte Ausnahmen innerhalb verwandtschaftlicher Beziehungen“ nicht verweigern, sagte ihre Rechtsexpertin Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU). „Voraussetzung wäre, dass sich dafür klare Abgrenzungskriterien finden lassen, die eine Umgehung ausschließen.“

Dass ein Kind nicht mehr als zwei rechtliche Elternteile haben könne, bezeichnete die Fraktionsexpertin aber als „unverrückbar“. "Vater“ und „Mutter“ hätten nicht nur eine juristische Dimension. Sie seien "zentrale Begriffe für jeden einzelnen und die Gesellschaft insgesamt", so die CDU-Politikerin. "Die setzt man nicht aufs Spiel, um in der Sommerpause Schlagzeilen zu machen.“

FDP-Politikerin Helling-Plahr: Deutschland ist viel zu zögerlich

Die beiden Fraktionsexpertinnen reagierten auf einen Vorstoß der FDP-Rechtsexpertin Katrin Helling-Plahr, die im Tagesspiegel darauf gedrängt hatte, Eizell- und Embryonenspenden samt Leihmutterschaft auch in Deutschland zu legalisieren. „Das Embryonenschutzgesetz ist von gestern und muss reformiert werden“, sagte die gelernte Anwältin für Medizinrecht dieser Zeitung. Die deutsche Politik sei hier im Vergleich zu anderen Ländern „viel zu zögerlich“.

Helling-Plahr verlangte auch mehr Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen. Zudem sollten aus ihrer Sicht künftig bis zu vier Personen gemeinsam Elternverantwortung für ein Kind übernehmen dürfen. Nach den Beschlüssen zur Ehe sei auch ein „Update“ des Abstammungs- und Adoptionsrechts überfällig. „Wir fordern eine Reform, die endlich die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Kenntnis nimmt.“

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