Diplomatische Panne : Warum Schröder bei der Trauerfeier für Chirac fehlte

Überraschend kam Altkanzler Gerhard Schröder nicht zur Trauerzeremonie für Jacques Chirac nach Paris. Über die Hintergründe herrscht Verwirrung.

2005 begrüßte Jacques Chirac (l) Gerhard Schröder in Paris.
2005 begrüßte Jacques Chirac (l) Gerhard Schröder in Paris.Foto: STEPHANE DE SAKUTIN / AFP

Frankreich hat mit einer bewegenden Trauerfeier von seinem am Donnerstag gestorbenen ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac Abschied genommen – doch ausgerechnet ein wichtiger Weggefährte, der deutsche Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), fehlte in der Pariser Kirche Saint-Sulpice. Wegen einer Panne auf französischer Seite.

Schröders Büro teilte auf Anfrage des Tagesspiegels mit, dass man über die Deutsche Botschaft in Paris den Wunsch geäußert habe, dass Schröder teilnehmen wolle – Einladungen wurden in der Kürze der Zeit nicht verschickt. Dann hieß es aber vom französischen Protokoll, es sei kein Platz vorhanden. Am Sonntag sei dann nach wiederholter Nachfrage die definitive Absage gekommen, dass eine Teilnahme wegen begrenzter räumlicher Möglichkeiten nicht möglich sei.

Schröder flog daher nicht nach Paris, stand aber auf der Gästeliste des Präsidentenpalasts. Ein Stuhl in der Kirche sei am Montagmorgen für ihn reserviert gewesen, hieß es.

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Schröder und Chirac hatten sich gegen die Irak-Angriffspläne des damaligen US-Präsidenten George W. Bush gewandt und europäische Reformen angestoßen. „Europa hat einen ganz Großen verloren“, schrieb Schröder in einem Gastkommentar in der Zeitung „Die Welt“. Chirac habe die deutsch-französische Freundschaft gelebt.

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Aber ihm vor Ort die letzte Ehre zu erweisen blieb Schröder offensichtlich wegen einer Panne innerhalb des französischen Protokolls verwehrt. Zur Trauerfeier kamen dagegen zahlreiche andere internationale Gäste, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ex-US-Präsident Bill Clinton, Russlands Präsident Wladimir Putin, Afghanistans Ex-Präsident Hamid Karsai, Libanons Regierungschef Saad Hariri und der Emir von Katar, Scheich Tamim.

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