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Endergebnis der Brandenburg-Wahl : SPD gewinnt Wahl – AfD zweitstärkste Partei

Die SPD hat die Landtagswahl in Brandenburg trotz deutlicher Verluste gewonnen. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen zur Landtagswahl.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)Foto: Sebastian Gabsch / PNN

Die SPD hat die Landtagswahl in Brandenburg trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Dietmar Woidke kommt nach Auszählung aller Wahlkreise am Sonntagabend auf 26,2 Prozent der Zweitstimmen, vor der AfD mit 23,5 Prozent. Die CDU erreicht 15,6 Prozent, die Grünen kommen auf 10,8 Prozent, die Linke erzielt 10,7 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 5,0 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,0 Prozent. Vor fünf Jahren waren es 47,9 Prozent. Die Wahlberechtigung gilt - anders als in Sachsen, wo am Sonntag ebenfalls gewählt wird - ab 16 Jahren.

Damit hat die rot-rote Koalition von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) keine Mehrheit mehr. Dennoch kann Woidke hoffen, weiter zu regieren - sofern er dafür mindestens einen weiteren Partner findet: In den Fokus rücken hier die Grünen, die ihren Höhenflug fortsetzen können, wenn auch nicht so stark, wie von einigen Demoskopen vor der Wahl vermutet. Rechnerisch möglich ist eine Koalition aus SPD, CDU und Grünen, eine aus SPD, CDU und Freien Wählern oder aber eine aus SPD, Linken und Grünen.

Das wichtigste Problem war für 28 Prozent der Befragten die Infrastruktur, gefolgt von der Bildung (17 Prozent) und dem Komplex Klima/Umwelt/Energiewende mit 13 Prozent. Flüchtlinge waren für 12 Prozent ein Problem. Bei der Infrastruktur und der Bildung wurde der SPD mit Abstand am meisten Kompetenz zugesprochen, ebenso bei den Themen Arbeitsplätze und Wirtschaft. Die Sozialdemokraten wurden von Arbeitern, Angestellten, Beamten und Selbstständigen nahezu gleichermaßen gewählt. Die AfD fand vor allem unter Arbeitern großen Anklang.

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Bei der Altersverteilung auffällig: In Brandenburg lagen die Grünen mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent unter den Jungwählern nur knapp vor der AfD mit 22 Prozent. Bei den Älteren war eher die SPD beliebt. Die Frauen wählten zu 29 Prozent die SPD, aber auch 19 Prozent machten ihr Kreuz bei der AfD. Nur vier Prozent wählten die FDP. Bei den Männern stimmten mit 30 Prozent deutlich mehr für die AfD.

Die Ergebnisse gelten auch als Ausdruck einer erheblichen Frustration über Strukturbrüche, Abwanderungen, Absterben gesellschaftlicher Strukturen und fehlende Anerkennung von Lebensleistungen. Die Bundespolitik hatte laut Umfragen einen großen Einfluss auf das Wahlergebnis. Die einschneidenden Ergebnisse in Brandenburg dürften die große Koalition von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch stärkeren Fliehkräften aussetzen.

Allerdings wird eine Entscheidung über ein vorzeitiges Ende erst im Dezember erwartet, wenn beim Bundesparteitag der SPD feststeht, wer künftig die Partei führen soll und ob man in der Koalition bleiben will.

Für Schlagzeilen kurz vor der Wahl sorgte besonders Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz - er musste seine Teilnahme an einer rechtsextremen Demonstration im Jahr 2007 einräumen. Woidke attackierte Kalbitz daraufhin: „Er war immer ein Rechtsextremist und steckt tief im braunen Sumpf“.

Die anderen Parteien kritisierten scharf, dass Kalbitz, ein gebürtiger Bayer, und seine AfD immer wieder versuchten, Parolen der friedlichen Revolution von 1989, wie „Wir sind Das Volk“ für sich zu instrumentalisieren. Zudem hatte Kalbitz mit dem Konterfei von Willy Brandt und dem Zusatz „Mehr Demokratie wagen“ geworben.

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