Ex-Bundesumweltminister : Klaus Töpfer erhält NRW-Staatspreis 2019

„Vordenker und Macher“: Bundeskanzlerin Merkel würdigt ihren Vorgänger im Umweltministerium. Töpfer ruft die Jugend auf, Verantwortung zu übernehmen.

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer bei der Verleihung des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen.
Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer bei der Verleihung des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Umweltpolitiker Klaus Töpfer (CDU, 81) hat den nordrhein-westfälischen Staatspreis 2019 und damit die höchste Auszeichnung des Landes erhalten. Diese überreichte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montagabend in Bonn an den früheren Bundesumweltminister und ehemaligen Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms. Er habe sich „beharrlich für die Bewahrung der Schöpfung“ und eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt, hieß es zur Begründung.

In ihrer Laudatio im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Töpfer als „Vordenker und Macher“. Ihm sei es wesentlich zu verdanken, dass Umweltschutz 1994 als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen worden sei. Prägend sei auch sein internationales Engagement für den Umweltschutz. Der Katholik Töpfer habe dazu beigetragen, dass auf dem UN-Gipfel 1992 im brasilianischen Rio de Janeiro Bewahrung der Schöpfung und nachhaltige Entwicklung zusammengedacht wurden.

Nach den Worten von Merkel hat Töpfer schon früh erneuerbare Energien und eine CO2-Reduzierung angemahnt und sich dabei oft als „Rufer in der Wüste“ fühlen müssen. Angesichts irreversibler Veränderungen im Umweltbereich warne er auch heute vor Abhängigkeiten, die keine Korrekturen mehr zulassen. Auch Laschet betonte, dass der Preisträger schon früh auf den Zusammenhang von Umweltpolitik und Armutsbekämpfung hingewiesen habe.

Töpfer: „Politik ist zu ernst, als dass man sie zum Happening macht“

In seiner Dankesrede rief Töpfer die Jugend dazu auf, nicht nur zu protestieren, sondern auch Verantwortung in der Politik zu übernehmen. „Politik ist zu ernst, als dass man sie zum Happening macht.“ Er lobte die 2015 veröffentlichte Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus als wegweisend. Notwendig sei es, in die Gesellschaft heute wieder Werte einzubringen. So gehe es um die Frage, ob der Mensch die Technik beherrsche oder umgekehrt.

Töpfer leitete im Kabinett von Helmut Kohl (CDU) seit 1987 das Bundesumweltministerium, bis 1994 Merkel Ressortchefin wurde. Von 1998 bis 2006 war er Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Der Politiker wurde am 29. Juli 1938 im schlesischen Waldenburg geboren. Er studierte Volkswirtschaft in Frankfurt am Main und Münster. Von 1985 bis 1987 war er Umweltminister in Rheinland-Pfalz, bevor er 1987 nach Bonn wechselte. Ab 1994 war Töpfer vier Jahre Bundesbauminister. 1998 ging er nach Kenia. Als UNEP-Exekutivdirektor war er ranghöchster Deutscher bei der UNO. Heute wohnt der Politiker im nordrhein-westfälischen Höxter. (KNA)

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