Fall Sergej Skripal : Bericht: Ermittler identifizieren Täter des Nowitschok-Anschlags

Für den Anschlag auf den ehemaligen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia sollen mehrere Russen verantwortlich sein. Das haben britische Ermittler laut Medienberichten herausgefunden.

Ein Polizist steht vor einem mit Polizeiband abgesperrten und Plastikfolie bedeckten Mülleimer.
Ein Polizist steht vor einem mit Polizeiband abgesperrten und Plastikfolie bedeckten Mülleimer.Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Die britischen Ermittler haben einem Medienbericht zufolge mehrere Russen als mutmaßliche Täter des Nowitschok-Giftgasanschlags identifiziert. Bei diesem waren der ehemalige russische Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia vergiftet worden. Die Verdächtigen seien in einem Abgleich von Aufnahmen von Überwachungskameras mit Listen der Personen, die um die Tatzeit nach Großbritannien eingereist seien, herausgefiltert worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Press Association am Donnerstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. "Sie sind sicher, dass sie (die Täter) Russen sind", zitierte die Agentur einen Insider. Die Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren.

Video
Britische Polizei identifiziert Verdächtige im Fall Skripal
Britische Polizei identifiziert Verdächtige im Fall Skripal

Skripal und seine Tochter waren im März in Salisbury mit dem Nervengas Nowitschok vergiftet worden und mussten wochenlang im Krankenhaus behandelt werden. Beide überlebten den Angriff. Großbritannien macht Russland für den Vorfall verantwortlich. Die Regierung in Moskau bestreitet eine Verwicklung in den Fall. Westliche Staaten und Russland haben wegen der Vorwürfe gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

Der Kampfstoff Nowitschok war in den 70er und 80er Jahren in der Sowjetunion entwickelt worden. Anfang Juli war ein Paar im südenglichen Amesbury ebenfalls mit Nowitschok in Berührung gekommen. Die Frau starb, ihr Mann wird weiter im Krankenhaus behandelt. (AFP, Reuters)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!