Friedrich Merz : Der Millionär aus der "gehobenen Mittelschicht"

Der CDU-Vorsitz-Kandidat Merz gesteht sechs Nullen vorm Komma. Qualifiziert oder disqualifiziert Vermögen für politische Ämter? Natürlich nicht. Aber. Ein Kommentar.

Glückliches Händchen in Geldfragen: Friedrich Merz ist Millionär.
Glückliches Händchen in Geldfragen: Friedrich Merz ist Millionär.Foto: dpa

Wundern wird es vermutlich nicht viele, aber nun konnten sie es auch von ihm selbst hören: Friedrich Merz, der CDU-Chef werden möchte, ist Millionär. Das ließ er sich im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung und ihren Lesern aus der Nase ziehen. Wie viele Millionen es sind, sehr viele oder nur ganz wenige, blieb allerdings geheim. Interessanter ist ohnehin, dass Merz sich mit seinen sechs Nullen vor dem Komma in die „gehobene Mittelschicht“ eingruppiert und keinesfalls in die „Oberschicht“. Das ist verständlich. In Deutschland erregt quasi alles jenseits der Mitte Verdacht, was für Ober- wie Unterschicht gleichermaßen gilt. Da will man nicht zugehören.

Außerdem dürfte die Mittelschicht-Einschätzung einen Hinweis darauf liefern, was für Summen bewegt werden - und was generell so verdient wird - in den Branchen, in denen Merz während seiner politischen Auszeit tätig war: in Kanzleien und Vermögensverwaltungen. Und sonst? Qualifiziert oder disqualifiziert Vermögen für politische Ämter? Natürlich nicht. Es kann Maßstäbe verschieben, das ja. Aber ob das geschieht, lässt sich nur im Einzelfall feststellen. Wie sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner so richtig: „Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu sein.“ Wichtig ist, dass man sie nicht übersieht.

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