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Für Klimaschutz: Grüne wollen Business-Class-Flüge mit Extra-Abgaben belegen
Die Grünen fordern höhere Abgaben auf Business-Class-Flüge und auf Reisen mit dem Privatjet. Das soll dem Klimaschutz dienen. Zugleich soll das Deutschlandticket wieder 9 Euro kosten.
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Flüge mit dem Privatjet sowie in der First- und Business-Class sollen nach dem Willen der Grünen teurer werden. „Mit Privatjets schädigen Superreiche das Klima und verantworten mit ihrem Luxus in besonderem Maße die Zerstörung unserer Erde“, heißt es in einem beim Bundesparteitag in Hannover verabschiedeten Antrag. Und: „Die 50 reichsten Milliardäre emittieren im Schnitt in nur 90 Minuten – über Privatjets und Jachten – mehr CO2 als ein durchschnittlicher Mensch im ganzen Leben.“
Die Grünen setzen sich deshalb für den Beitritt zu einer Initiative mehrerer Staaten ein, die sich für eine Extra-Abgabe auf Luxus-Flugreisen einsetzen. Zur „Premium Flyers Solidarity Coalition“ gehören unter anderem Frankreich, Spanien, Kenia und Barbados.
Vorbild Frankreich
Nach dem Vorbild Frankreichs bedeute das für jeden Passagier im Privatjet eine Abgabe von 420 Euro innereuropäisch und bis zu 2.100 Euro bei internationalen Flügen, rechnen die Grünen in ihrem nun beschlossenen Antrag vor. Sie wollen auch „Steuerschlupflöcher bei der Kerosinsteuer“ schließen und Privatjets zu einer besonders hohen Quote von klimafreundlichen Kraftstoffen verpflichten.
Die schwarz-rote Koalition hatte kürzlich beschlossen, zum 1. Juli 2026 die Ticketsteuer im Luftverkehr zu senken – was ihr scharfe Kritik von Klimaschützern einbrachte. Nach Angaben der „Premium Flyers Solidarity Coalition“ sei ein Prozent der Weltbevölkerung verantwortlich für mehr als die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen der kommerziellen Luftfahrt. Gleichzeitig hätten „Premium“-Flugreisen stark zugenommen: Die Emissionen der privaten Luftfahrt seien zwischen 2019 und 2023 um 46 Prozent gestiegen.
Forderung nach günstigem Deutschlandticket
Zugleich fordern die Grünen, dass das Deutschlandticket künftig wieder neun Euro im Monat kostet. Bei ihrem Bundesparteitag in Hannover stimmte eine Mehrheit der Delegierten für einen entsprechenden Vorschlag der Grünen Jugend. Dafür brauche es eine stärkere Beteiligung des Bundes.
Der Bundesvorstand hatte sich ebenfalls für eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der durch die Monatskarte entstehenden Kosten ausgesprochen. Allerdings warb der Parteivorstand für einen Preis von 49 Euro pro Monat. Auch der Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter sprach sich für die 49-Euro-Variante aus. Er sagte, es sei besser, realistische politische Ziele zu formulieren.
Das 9-Euro-Ticket wurde von der damaligen Ampel-Regierung im Sommer 2022 ursprünglich als dreimonatiges Entlastungsangebot eingeführt und vom Bund mit 2,5 Milliarden Euro finanziert, wodurch Millionen Menschen bundesweit den Nah- und Regionalverkehr für nur neun Euro pro Monat nutzen konnten. Später folgte nach langen Finanzierungsdebatten zwischen Bund und Ländern im Mai 2023 das Deutschlandticket für 49 Euro pro Monat. Die Finanzierung ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Bund und Ländern. Ab Anfang 2026 kostet das als Abo angebotene Ticket 63 Euro. Aktuell liegt der Preis bei 58 Euro im Monat. (dpa/AFP)
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