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G20-Gipfel in Buenos Aires : Putin verurteilt zum G20-Auftakt "bösartige" Sanktionen und Protektionismus

In Buenos Aires hat das Treffen der der G20-Staats- und Regierungschefs begonnen. Putin verurteilte zum Auftakt Sanktionen gegen Russland.

US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin in Buenos Aires.
US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin in Buenos Aires.Foto: AFP/ Alexander Nemenov

Zum Auftakt des G20-Gipfels in Argentinien hat Russlands Präsident Wladimir Putin die "bösartige" Verhängung von Sanktionen und den Protektionismus verurteilt. "Eine bösartige Praxis der Rückkehr zu illegalen, unilateralen Sanktionen und protektionistischen Maßnahmen weitet sich aus, umgeht die UN-Charta, die Regeln der Welthandelsorganisation und international anerkannter rechtlicher Normen", sagte Putin am Freitag in Buenos Aires offenbar in Anspielung auf die Politik von US-Präsident Donald Trump.

Ein "ehrlicher, auf dem Prinzip der Gleichheit von Staaten basierender Dialog" werde immer öfter von "unehrlicher Konkurrenz" ersetzt, sagte Putin. Dies habe "extrem negative Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit".

Russland ist wegen des Ukraine-Konflikts seit 2014 mit schweren Wirtschaftssanktionen der EU und der USA belegt, Anfang November verschärften die USA ihre Sanktionen noch einmal. Trump verhängte in seinen ersten knapp zwei Amtsjahren bereits eine ganze Serie weiterer Strafmaßnahmen gegen Russland - auch wegen mutmaßlicher russischer Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016 und wegen des Giftanschlags auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien im vergangenen März.

Am Rande des G20-Gipfels sollte Putin ursprünglich mit Trump zu einem bilateralen Gespräch zusammentreffen, welches Trump aber kurzfristig absagte. Der US-Präsident begründete dies mit der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

Merkel wird erst am Abend in Buenos Aires erwartet

Zunächst ohne die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Buenos Aires das Treffen der G20-Staats- und Regierungschefs begonnen. An ersten informellen Gesprächen nahmen unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman teil. Argentiniens Präsident Mauricio Macri begrüßte die Teilnehmer, auch Salman erhielt einen Handschlag und ein Lächeln. Salmans Reise zum G20-Gipfel war höchst umstritten, weil er verdächtigt wird, den Mord an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi in Auftrag gegeben oder zumindest davon gewusst zu haben.

Merkel wird an der Spitze der deutschen Delegation erst am Abend in Buenos Aires erwartet. Sie musste nach einer Panne an ihrer Regierungsmaschine „Konrad Adenauer“ zunächst nach Köln umkehren und auf einen Linienflug über Madrid ausweichen. Bis zu ihrem Eintreffen wird Deutschland beim G20-Treffen vom Staatssekretär im Finanzministerium, Wolfgang Schmidt sowie von Wirtschaftsberater und Regierungsunterhändler Lars-Hendrik Röller vertreten. Merkel verpasst auch ein bilaterales Treffen mit US-Präsident Donald Trump - ob dies  noch in Buenos Aires nachgeholt werden kann, war zunächst unklar. (dpa)

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