• Gesundheitspolitik: Spahn macht Berliner CDU-Politiker zum Abteilungsleiter für Digitalisierung

Gesundheitspolitik : Spahn macht Berliner CDU-Politiker zum Abteilungsleiter für Digitalisierung

Jens Spahn (CDU) holt sich einen jungen Berliner Politiker als Digitalisierungschef ins Gesundheitsministerium. Gottfried Ludewig ist Fraktionsvize im Abgeordnetenhaus.

Jens Spahn (CDU), neuer Bundesgesundheitsminister.
Jens Spahn (CDU), neuer Bundesgesundheitsminister.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) holt sich einen jungen CDU-Politiker aus dem Berliner Abgeordnetenhaus als Digitalisierungs-Experten ins Ministerium. Nach Tagesspiegel-Informationen soll Gottfried Ludewig dort eine neue geschaffene Abteilung für Digitalisierung im Gesundheitswesen leiten. Der 35-Jährige ist bislang Fraktionsvize und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im Berliner Landesparlament.

"Innovation meets politics"

Ludewig begann seine Parteikarriere als Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Seit 2011 sitzt er für die Christdemokraten im Abgeordnetenhaus. Der studierte Volkswirt übernahm dort von Mario Czaja den Posten des gesundheitspolitischen Sprechers, vor vier Jahren wurde er Fraktionsvize. Der gebürtige Bonner ist zudem Kreisvorsitzender der CDU-Pankow und Vorsitzender des Ortsverbandes Pankow Nord. 2017 kandidierte er in Pankow erfolglos für den Bundestag.

Mit der Digitalisierung im Gesundheitssektor hat sich Ludewig auf Landesebene intensiv befasst. So machte er sich wiederholt für mehr Forschung und Innovation am Standort Berlin stark – unter anderem über die Veranstaltungsreihe „Innovation meets politics“.

Provokanter Vorstoß als Student

Bundespolitische Berühmtheit erlangte der CDU-Experte allerdings mit etwas anderem: Als RCDS-Vorsitzender schlug er vor, das Wahlrecht für Arbeitslose und Rentner einzuschränken. In einem Papier des damals 25-Jährigen hieß es, dass diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzierten und stützten, auch wieder mehr Einfluss bekommen müssten. Die Lösung könne ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht für Leistungsträger sein. Für diese Provokation hat sich Ludewig danach mehrfach entschuldigt.

Jens Spahn hatte angekündigt, die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu einem seiner Schwerpunkte zu machen. Dieser Bereich müsse dringend ausgebaut werden, sagte der Minister schon am ersten Arbeitstag. So regte er an, einmal im Quartal Start-ups ins Ministerium einzuladen, „um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sich dort alles bewegt“.

Vorgelegt hatte der CDU-Politiker dafür bereits vor eineinhalb Jahren als Mitverfasser des Buches "App vom Arzt. Bessere Gesundheit durch digitale Medizin". Darin heißt es unter anderem, dass Smartphone-Kontakte und Apps perspektivisch schon mal den Arztbesuch ersetzen könnten.

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