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Giftanschlag in Großbritannien : Merkel fordert Moskau zur Aufklärung auf

Bundeskanzlerin Merkel hat Russland nach dem Giftanschlag zur Aufklärung aufgefordert. Sie verurteilte den Anschlag auf das Schärfste.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).Foto: Soeren Stache/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Russland nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien zur Aufklärung aufgefordert. Es sei an Russland, "rasche Antworten auf die berechtigten Fragen der britischen Regierung zu geben", machte Merkel nach Angaben eines Sprechers am Dienstag in einem Telefonat mit der britischen Premierministerin Theresa May deutlich. Die Kanzlerin verurteilte den Anschlag demnach "auf das Schärfste".

Merkel habe versicherte, sie nehme die Einschätzung der britischen Regierung zur Frage einer russischen Verantwortung für den Anschlag "außerordentlich ernst". Moskau müsse der britischen Aufforderung "nach vollständiger und umgehender Offenlegung des einschlägigen Chemiewaffenprogramms" gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) folgen.

Merkel und May vereinbarten demnach, "in engem Austausch zu bleiben und sich gemeinsam in geeigneter Weise mit den Verbündeten und europäischen Partnern zu beraten".

Unterdessen hat sich US-Präsident Donald Trump vorsichtig an die Seite der britischen Regierung gestellt. Die britische Premierministerin Theresa May hatte gesagt, höchstwahrscheinlich sei Russland für den Anschlag verantwortlich. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses sagte Trump am Dienstag in einem Telefonat mit May, Russland müsse unzweideutige Antworten auf die offene Fragen geben, wie die in Russland entwickelte chemische Waffe in Großbritannien habe eingesetzt werden können. Weiter hieß es, May und Trump seien sich in der Forderung nach Konsequenzen für diejenigen einig gewesen, welche solche heimtückischen Waffen in schamloser Verletzung internationaler Normen benutzt hätten.

Die britische Regierungschefin hatte am Montagabend erklärt, Russland sei "höchstwahrscheinlich" für den Nervengift-Angriff auf den russischen Ex-Agenten Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien verantwortlich. Der 66-jährige frühere Agent und seine 33-jährige Tochter waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Sie wurden mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert. (AFP, dpa)

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