Interaktive Karte : Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung

Nach Tagesspiegel- und Zeit-Online-Recherchen wurden seit 1990 mindestens 187 Menschen von extrem Rechten getötet. Die interaktive Karte stellt die Fälle dar.

Heike Kleffner Johannes Radke Toralf Staud
Seit der Wiedervereinigung haben 187 Menschen infolge rechter Gewalttaten ihr Leben verloren.
Seit der Wiedervereinigung haben 187 Menschen infolge rechter Gewalttaten ihr Leben verloren.Fotos: dpa (6), privat (4), Polizei, Getty

Rechtsmotivierte Gewalttäter haben zwischen 1990 und 2020 in Deutschland mindestens 187 Menschen getötet. Doch in den offiziellen Statistiken der Sicherheitsbehörden tauchen nur 109 von ihnen auf. Diese Dokumentation aller Namen und Fälle soll den Opfern ein Gesicht geben und zeigen, dass sie nicht Opfer gewöhnlicher Kriminalität wurden.

Die Dokumentation entstand seit 2010 in einer gemeinsamen Langzeitrecherche von Tagesspiegel und "Zeit Online". Sie stützt sich auf das erstmals im Jahr 2000 veröffentlichte Vorgängerprojekt des Tagesspiegels, an dem die "Frankfurter Rundschau" beteiligt war.

Aufgenommen wurden nur Fälle, bei denen die politische Motivation der Täter als sicher gelten kann. Seit dem Start des Projekts haben die Sicherheitsbehörden in mehr als 40 Fällen ihre ursprüngliche Bewertung revidiert und Fälle aus dieser Liste nachträglich in die offiziellen Statistiken aufgenommen. Auf dieser interaktiven Karte, die von Paul Blickle, Julian Stahnke und Sascha Venohr umgesetzt wurde, sind alle Fälle verzeichnet und kurz beschrieben

Die Autoren danken allen, die sie bei den Recherchen unterstützt haben – insbesondere den Angehörigen der Getöteten, dem Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum (abapiz) in Berlin und a.i.d.a in München, außerdem Pressestellen von Justizbehörden und Polizei, zahlreichen Prozessbeteiligten und -beobachtern, Stadtarchiven und Lokaljournalistinnen und -journalisten.

Gemeinsam mit Tagesspiegel-Redakteur Frank Jansen betreut Heike Kleffner als freie Journalistin das Langzeitrechercheprojekt „Todesopfer rechter Gewalt“ seit dessen Erstveröffentlichung im Tagesspiegel im September 2000. Seit April 2018 arbeitet sie auch als Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG).

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