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Bundeskanzler Scholz und SPD-Chef Klingbeil – bei einem SPD-Sommerfest kam es zu einem Angriff mit K.o.-Tropfen.
© imago images/photothek
Update

Mehrere Frauen betroffen: K.o.-Tropfen-Attacke auf SPD-Fest – Berliner Polizei ermittelt gegen Unbekannt

Auf dem traditionellen SPD-Hoffest wurde Teilnehmerinnen K.o-Tropfen verabreicht. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bei einem Fest der SPD-Bundestagsfraktion sind mehrere Frauen Opfer einer Attacke mit sogenannten K.o.-Tropfen geworden. Das geht aus einem SPD-internen Chat vor, der dem Tagesspiegel vorliegt. „Es gibt mittlerweile 8 Betroffene, einen durch Test bestätigten Fall und eine Anzeige gegen Unbekannt“, heißt es darin. Die Berliner Polizei ermittelt.

Die Vorfälle ereigneten sich am vergangenen Mittwoch beim Hoffest der Fraktion im Tipi-Zelt am Kanzleramt, an dem Abgeordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Deutschen Bundestag und den Wahlkreisen teilnahmen, insgesamt gab es nach Fraktionsangaben rund 1000 Teilnehmer.

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Normalerweise ist es ein Fest mit sogar weit über 2000 Gästen, auch mit Gästen von Unternehmen, anderen Parteien und Journalisten. In diesem Jahr wurde es aber wegen der Corona-Pandemie in einem kleineren, SPD-internen Rahmen gefeiert.

Bundeskanzler Olaf Scholz nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Dem Tagesspiegel liegt dazu auch ein Schreiben von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Mathias Martin an die SPD-Bundestagsabgeordneten vor, darin heißt es: „Auf unserem Sommerfest gab es offenkundig Angriffe auf Kolleginnen mit KO-Tropfen. Dies ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der unsererseits sofort bei der Bundestagspolizei gemeldet wurde“. Die SPD-Fraktion empfehle möglichen weiteren Betroffenen, „dies unverzüglich bei der Polizei zur Anzeige zu bringen“.

Fünf Betroffene registriert

Die Berliner Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt aufgenommen. Bis Samstagmorgen seien insgesamt fünf Betroffene registriert worden, teilte die Behörde am Sonnabend mit.

Darunter auch eine 21-jährige Frau, die nach dem Fest über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust klagte. Sie hatte am Mittwoch laut Polizei nachmittags und abends auf der Party mit rund 1000 Gästen gegessen und getrunken, aber keinen Alkohol konsumiert. Ab etwa 21.30 Uhr soll ihr unwohl und schwindelig geworden sein. Am Morgen danach habe sie sich nicht mehr an den Abend erinnern können.

Sie habe sich im Krankenhaus untersuchen lassen und die Polizei eingeschaltet. Diese veranlasste nach eigenen Angaben eine Blutentnahme und eine toxikologische Untersuchung. Ein Ergebnis liege noch nicht vor, sagte eine Polizeisprecherin. Bis Samstagmorgen seien der Polizei vier weitere Fälle mit ähnlichen Symptomen bekannt geworden. (mit dpa)

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