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Linke Sammlungsbewegung : Firma schaltet „Aufstehen“-Webseite ab

Sahra Wagenknechts linke Bewegung liegt wegen Kosten für die Aufstehen-Domain im Clinch mit einer Werbefirma. Nun bezichtigen sich beide Seiten der Lüge.

Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken und Gründerin der Bewegung "Aufstehen" Sahra Wagenknecht.
Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken und Gründerin der Bewegung "Aufstehen" Sahra Wagenknecht.Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Die Bewegung „Aufstehen“ um die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat ihre Internetadresse gewechselt. „Die Webseite von Aufstehen ist vorläufig nur noch unter http://aufstehenbewegung.de zu finden“, schrieb Wagenknecht am Samstagnachmittag auf Twitter. Auf diesem Online-Auftritt heißt es zur Begründung: „Hintergrund ist eine juristische Auseinandersetzung mit einer Firma, die versucht, die noch junge Sammlungsbewegung zu beschädigen.“ Zuerst hat die „Bild“ berichtet.

Konkret gehe es um einen Konflikt mit zwei Initiatoren der Bewegung, hieß es auf der neuen Internetpräsenz. Sie hätten in der Gründungsphase ehrenamtlich wie alle anderen Initiatoren für „Aufstehen“ gearbeitet, unter anderem für den Online-Auftritt. „Im Nachhinein haben sie Aufstehen eine hohe Rechnung präsentiert“, steht auf der neuen Webseite.

Werbe-Geschäftsführer: "Wir sind sprachlos"

Ein Mitgründer der Werbefirma, Thomas Schmidt, wies „Bild“ zufolge die Vorwürfe zurück: „Wir sind sprachlos darüber, dass Dreiwerk von der Bewegung in die Ecke des unlauteren und gierigen Unternehmers gestellt wird, obwohl alle Entscheidungsträger der Bewegung darum wissen, dass Dreiwerk mit allen Leistungen absprachegemäß in Vorleistung getreten und jetzt zu vergüten ist.“

Die Zusammenarbeit kündigte Dreiwerk am 21. November, setzte immer wieder neue Zahlungsfristen, so Schmidt laut „Bild“: „Ohne Erfolg. Die Rechnungen wurden nicht beglichen.“

Aufstehen-Geschäftsführerin: Schmidt lügt

Am Sonntag reagierte die Geschäftsführerin des Aufstehen Trägerverein, Ida Schillen, mit einer Pressemitteilung auf die Vorwürfe von Schmidt. "Wahrheitswidrig erweckt Thomas Schmidt (...) den Eindruck, bisher kein Geld erhalten zu haben." Dies sei aber falsch, da Aufstehen der Firma bereits 31.000 Euro überwiesen habe. Dies sei der volle in Rechnung gestellt Betrag, so Schillen. Und weiter: "Thomas Schmidt hat den Zahlungseingang bestätigt und trotzdem die Domain abgeschalten."

Auch die ursprünglichen E-Mail-Adressen der Bewegung waren der Mitteilung zufolge nicht mehr funktionsfähig. Die ursprüngliche Internetadresse der Bewegung lautet www.aufstehen.de. Auch am Sonntagmorgen war diese nicht zu erreichen. „Aufstehen“ war im Sommer gegründet worden. Wagenknecht zufolge hatte die Bewegung zuletzt rund 167.000 Unterstützer. (mit dpa)

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