Martenstein über Ilkay Gündogan und Mesut Özil : Integrierte Dummheit

Integration heißt, man lernt eine Sprache, hält sich an die Regeln, respektiert die Sitten der Einheimischen. Özil und Gündogan haben die Regeln gebrochen. Ein Kommentar.

Foto mit Folgen. Die Fußballspieler Gündogan (l), Özil (2.v.l.) und Tosun (r) haben für ein Bild mit dem türkischen Präsidenten Erdogan Aufstellung genommen. D
Foto mit Folgen. Die Fußballspieler Gündogan (l), Özil (2.v.l.) und Tosun (r) haben für ein Bild mit dem türkischen Präsidenten...Foto: Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP/dpa

Deutsche Amis feiern seit Generationen ihre Volksfeste, zum Beispiel die Steuben-Parade. Für deutsche Juden wird immer Israel ein Land sein, für das ihr Herz schlägt, auch ein deutscher Grieche bleibt meistens ein Stück weit Grieche.

Herz und Hirn sind groß genug, um mehreren Loyalitäten Platz zu bieten. Natürlich kann es da zu Konflikten kommen. Man muss kein Einwanderer sein, um das nachzuempfinden. Wie viele von uns sind hin- und hergerissen zwischen Beruf und Familie?

Integration bedeutet nicht, dass man sich in einen hundertprozentigen Einheimischen verwandeln muss. Wer das fordert, fordert etwas Menschenunmögliches. Integration bedeutet, dass man eine Sprache lernt, sich etwas aufbaut, sich an die Regeln hält und die Sitten der Einheimischen respektiert, mehr muss es wirklich nicht sein.

Die deutschen Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan, der Recep Tayyip Erdogan „meinen Präsidenten“ nennt, haben allerdings die Regeln gebrochen und ihrem Geburtsland geschadet, dem sie vieles verdanken.

Der Despot Erdogan lacht sich jetzt über ihre Huldigung ins Fäustchen. Ich verstehe die Aufregung der Fans. Gündogan, der für Manchester spielt, sollte mal ausprobieren, was passiert, wenn er sich mit einem Trikot von Bayern München fotografieren lässt und sagt: „Hoeneß ist mein Präsident.“

Trotzdem sollte man diese Sache niedriger hängen, sie ist eine Lappalie. In jedem Jahr wächst das Land um eine Großstadt, und sie besteht zum Teil aus Menschen, deren Voraussetzungen für die Herausbildung einer gewissen Mindest-Loyalität deutlich geringer sind als die von Özil und Gündogan.

Ihre kulturelle Prägung ist stärker und radikaler, ihre Chancen auf eine Karriere sind nahe Null. Das ist das wichtige Problem, und leider sehe ich bei dieser Regierung keine Idee zu einer Lösung.

Sie kann nur differenziert ausfallen, die einen heißt man willkommen, auf andere verzichtet man lieber. Indem die AfD-Politikerin Alice Weidel pauschal alle „Kopftuchmädchen“ beschimpft, arbeitet sie allerdings aktiv gegen Integration und gegen die Leitkultur ihres Landes.

Hier herrscht keine Despotie, man darf hier anziehen, was man will. Ich bin gegen Kopftücher im öffentlichen Dienst und bei Kindern, der Rest ist persönliche Freiheit. In der Türkei wird die Freiheit abgemurkst. Wie heißt eigentlich der Präsident von Frau Weidel?

Beim nächsten Länderspiel gegen Deutschland lacht Erdogan nicht mehr, das wette ich. Den Fehler, die sehr viel klügeren Menschen Cem Özdemir und Fatih Akin statt Özil und Gündogan aufzustellen, wird der DFB sicher nicht machen.

Özil und Gündogan sind durchaus gut integriert. Mit ihrer Dummheit integrieren sie sich bestens in eine lange Liste deutscher Nationalspieler, die ebenfalls dummes Zeug geredet haben.

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