Matthies Meint : Wer schützt uns vor gewalttätigen Flüchtlingen?

Zwei Männer haben eine 17-Jährige mit dem Messer angegriffen, um die Ehre der Familie wiederherzustellen. Ein Kommentar.

Foto: Marcel Kusch/dpa

Mir ist wieder mal schlicht die Spucke weggeblieben beim Lesen der Nachricht aus Laupheim. Zwei Männer, 20 und 34 Jahre alt, sind in der vergangenen Woche über eine 17-Jährige mit dem Messer hergefallen, um, wie es immer so schön heißt, die Ehre der Familie wiederherzustellen. Einer ist ihr Bruder, der andere, ältere, ist mit ihr nach islamischem Recht verheiratet, er stammt aus Syrien, sie aus dem Libanon – es handelt sich nach ersten Berichten um Flüchtlinge. Und wie es weiter hieß, hatten die beiden die Tat per Video gefilmt, um dem neuen Freund des Mädchens zu zeigen, worauf er sich da eingelassen hat. Sie überlebte knapp und liegt nun im Krankenhaus.

Am gestrigen Montag folgten dann weitere Informationen. Der 20-Jährige war demnach bei der Polizei in Baden-Württemberg als Gefährder bekannt: Er hatte zuletzt wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Dänemark und uneidlicher Falschaussage in Untersuchungshaft gesessen. Freigekommen war er, weil Zeugen im Verfahren von ihrer ursprünglichen Aussage abrückten – Pech für seine Schwester, die dem falschen Mann das Jawort geben musste.

Allerhand Appelle

Ja, das wird wieder reichlich Wellen schlagen als Beispiel dafür, dass Polizei und Justiz entweder versagt haben oder systembedingte Gründe keine andere Lösung zuließen, wir werden sehen. Und es wird wieder allerhand Appelle geben, denen zufolge man aus dieser Tat keinen Generalverdacht gegen Muslime ableiten dürfe.

Völlig richtig! Nur ist die sich langsam füllende Akte über „Ehrenmorde“ und vergleichbare Fälle doch ein Indiz dafür, dass radikale, mörderische Gesinnung in unfassbaren Fällen wie diesen immer auf einem islamischen Glaubensfundament aufbaut – und nicht auf jüdischen, methodistischen oder scientologischen Überzeugungen.

Es mag sein und wird ja auch ständig behauptet, dass sich hier eine archaische Auffassung äußere, die im Widerspruch zum eigentlich friedlichen Charakter der islamischen Religion stehe. Aber wäre es nicht Zeit, dass das den Herrschaften mal jemand sagt, bevor es wieder Tote gibt?

Mir wird zunehmend unwohler bei dieser unheimlichen Häufung von lauter Einzelfällen, ich würde gern vor solchen Menschen geschützt werden. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass beispielsweise der Koalitionsvertrag der Groko in dieser Richtung sehr wegweisend ist.

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