Mehr als eine Milliarde Euro pro Tag : Ausgaben für Gesundheit erreichen neuen Rekord

Niemals zuvor haben die Deutschen so viel für Gesundheit ausgegeben. Fast 390 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr.

Blutdruckmessung beim Arzt: Die Deutschen geben immer mehr Geld für Gesundheit aus.
Blutdruckmessung beim Arzt: Die Deutschen geben immer mehr Geld für Gesundheit aus.Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Die Deutschen geben immer mehr Geld für ihre Gesundheit aus. Mit geschätzten 387,2 Milliarden Euro vermeldete das Statistische Bundesamt für 2018 einen neuen Rekord – und eine Steigerung um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf die vergangenen zwei Jahre betrug der Anstieg 7,8 Prozent.

Die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag wurde bereits 2017 überschritten. Damals betrugen die Gesundheitsausgaben 375,6 Milliarden Euro. Das entsprach 4544 Euro pro Einwohner und 11,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – und einem Plus von 4,7 Prozent. Den Hauptanteil dieser Kosten übernahm mit 57 Prozent die gesetzliche Krankenversicherung, sie zahlte mehr als 214,2 Milliarden Euro. Privat aufgebracht wurden von den Bürgern 13,5 Prozent der Ausgaben. Das waren 50,7 Milliarden Euro.

Höchster Anstieg in der Pflege

Den höchsten Ausgabenzuwachs hatte 2017 die soziale Pflegeversicherung zu verkraften. Hier betrug die Steigerung 26,4 Prozent – was einem Plus von 7,8 Milliarden Euro entspricht. Der enorme Anstieg ist auf Leistungsausweitungen durch das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das zum Januar 2017 in Kraft trat. Insgesamt gaben die Pflegekassen rund 37,2 Milliarden Euro aus.

Die Gesundheitsausgaben der öffentlichen Haushalte dagegen waren rückläufig. Auf sie entfielen mit 15,8 Milliarden Euro rund 1,3 Milliarden Euro weniger als noch im Jahr 2016 – ein Minus von 7,4 Prozent. Als Hauptgrund dafür nennt das Statistische Bundesamt gesunkene Ausgaben für Asylbewerber und für die sogenannte „Hilfe zur Pflege“.

Laufende Gesundheitsausgaben werden hierzulande vor allem von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und über staatliche Transfers finanziert. Die Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten betrugen 93,2 Milliarden, die der Arbeitgeber 86,8 Milliarden. An staatlichen Transfers, zu denen die Beamtenbeihilfe gehört, kamen 52,4 Milliarden Euro zusammen.

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