#Metoo-Debatte : Familienministerin Barley spricht von "Schweigekartell"

Ein Mitglied der Bundesregierung äußert sich zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Dieter Wedel. Die SPD-Politikerin fordert "rückhaltlose Aufklärung".

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD).
Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD).Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) hat eine "rückhaltlose Aufklärung" der Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel gefordert. "Wenn sich die Anschuldigungen bestätigen, dann ist das ein Skandal, von dem sehr viele Menschen gewusst haben müssen", sagte Barley den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Sie "hoffe sehr, dass jetzt viele Frauen den Mut finden, ihr Schweigen zu brechen".

"Wir brauchen endlich eine öffentliche Debatte über Sexismus und Gewalt gegenüber Frauen - unabhängig von dem einen prominenten Fall", sagte Barley. Es gelte die Unschuldsvermutung, "aber es ist eigenartig, dass hier so wenige von den vielen Weggefährten und aus der Branche Stellung beziehen". Dies erwecke "den Eindruck eines Schweigekartells". Sie erwarte "gerade von den beteiligten öffentlich-rechtlichen Institutionen rückhaltlose Aufklärung".

Der 75 Jahre alte Wedel steht seit Jahresbeginn im Mittelpunkt von Missbrauchsvorwürfen, die von mehreren Schauspielerinnen erhoben werden. Wedel wies diese Vorwürfe per eidesstattlicher Erklärung zurück. Wegen eines der Vorwürfe ermittelt die Staatsanwaltschaft München I. Der zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehregisseuren zählende Wedel feierte einen großen Teil seiner Erfolge mit Produktionen für ARD und ZDF. (AFP)

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