„Müllwahnsinn in Deutschland“ : Hofreiter fordert Pfandsysteme für Kaffeebecher

2,8 Milliarden Wegwerfbecher nutzen die Deutschen im Jahr. Grünen-Fraktionschef Hofreiter sagt, die Regierung müsse noch in diesem Jahr handeln.

Einweg-Becher stapeln sich auf einem vollen Mülleimer.
Einweg-Becher stapeln sich auf einem vollen Mülleimer.Foto: Uwe Zucchi/dpa

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat bundesweite Pfandsysteme für Kaffeebecher zum Mitnehmen gefordert. "Die Bundesregierung muss konsequent auf Mehrweg setzen und bundesweit Pfandsysteme für Mehrwegkaffeebecher noch in diesem Jahr auf den Weg bringen", sagte Hofreiter der "Bild am Sonntag". Der Einwegbecher "steht exemplarisch für den Müllwahnsinn in Deutschland", fuhr er fort.

Der Grünen-Politiker verwies vor diesem Hintergrund auf eine EU-Richtlinie, die den Mitgliedsländern Maßnahmen zur Reduzierung von Einwegbechern auferlegt. Eine kleine Anfrage der Grünen ergab demnach aber, dass die Bundesregierung diese Richtlinie nicht "vor Ablauf der Umsetzungsfrist von zwei Jahren" in deutsches Recht übertragen werde.

Doch trotz aller Bemühungen ist der „Coffee-to-go“-Einwegbecher nicht tot – weder in Berlin noch anderswo. 2,8 Milliarden Wegwerfbecher nutzen die Bundesbürger im Jahr, pro Kopf sind das 34, hat eine gerade veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts ergeben. Hinzu kommen 1,3 Milliarden Deckel. In Berlin sind es Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt zufolge 170 Millionen Einwegbecher im Jahr, 20.000 pro Stunde.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze plant höhere Lizenzentgelte für die Hersteller von Einwegbechern im Rahmen der Verpackungsverordnung. Das Geld soll in einen „Littering-Fonds“ fließen, der für die Müllbeseitigung und Aufklärungskampagnen verwendet werden soll. (AFP, Tsp)

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