zum Hauptinhalt
Papst Franziskus in Auschwitz.

© REUTERS

Update

Besuch im früheren KZ Auschwitz: Papst Franziskus gedenkt der Holocaust-Opfer schweigend

Franziskus hat als dritter Papst das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz besucht. Er verzichtete auf Ansprachen und verharrte stattdessen in stillen Gebeten.

Bei seinem Besuch im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz hat Papst Franziskus am Freitag in aller Stille der Opfer gedacht. Nach einer kurzen Fahrt in einem E-Mobil durch eine Straße zwischen den Blocks zog er sich auf eine Bank zurück und verharrte dann etwa 15 Minuten im stillen Gebet. Teilweise waren seine Augen dabei geschlossen.

Anschließend traf er mehrere Überlebende des Holocaust und wechselte einige Worte mit ihnen, dann zündete er an der „Todeswand“, an der Menschen erschossen wurden, eine Kerze an. Während des Besuchs des sogenannten Stammlagers und des nahegelegenen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verzichtete der Papst auf jegliche Ansprachen.

Franziskus bat in Auschwitz um Vergebung für die Gräueltaten. "Herr, erbarm dich über dein Volk! Herr, vergib so viel Grausamkeit!", schrieb er auf Spanisch nach seiner Visite in das Besucherbuch. Die Gedenkstätte verbreitete ein Foto der Seite über Twitter.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Zum Auftakt hatte der Papst mit leicht gesenktem Haupt und ernster Miene das Eingangstor des früheren Stammlagers durchschritten, über dem der zynische Spruch „Arbeit macht frei“ steht. Franziskus ging dabei allein. Er wollte auf dem Gelände auch in der Todeszelle des Franziskanermönchs Maximilian Kolbe beten, der vor 75 Jahren ermordet wurde. Im nahe gelegenen Vernichtungslager Birkenau wollte der Papst anschließend unter anderem Menschen begegnen, die während der Nazi-Herrschaft Juden vor der Ermordung gerettet haben.

In Birkenau, dem eigentlichen Vernichtungslager, ermordeten die Nazis mehr als 1,1 Millionen vor allem jüdische Menschen. Franziskus ist der dritte Papst, der diesen Ort des Grauens im Süden Polens besucht. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. will der Argentinier in dem Lager schweigen. (dpa, KNA)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
true
isPaid:
showPaywallPiano:
false