• Plan von Finanzminister Scholz: Bundesregierung beschließt weitgehende Abschaffung des Soli
Update

Plan von Finanzminister Scholz : Bundesregierung beschließt weitgehende Abschaffung des Soli

Die schwarz-rote Koalition war sich uneins, wann und wie der Soli genau wegfallen soll. Nun billigt das Kabinett einen Plan des Finanzministers.

Wandbild aus der Wendezeit in Sachsen-Anhalt (Archivbild)
Wandbild aus der Wendezeit in Sachsen-Anhalt (Archivbild)Foto: dpa/Jens Wolf

Das Bundeskabinett hat die Pläne von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zur weitgehenden Streichung des Solidaritätszuschlags beschlossen. „Die wenigen auch nach Auslaufen des Solidarpaktes zum Jahresende verbleibenden Kosten werden zukünftig von denen geschultert, die mehr haben als andere“, erklärte Scholz am Mittwoch in einer Mitteilung.

Scholz will den Soli für 90 Prozent der Zahler streichen, weitere 6,5 Prozent sollen ihn von 2021 an nur noch teilweise zahlen - je höher das Einkommen, desto mehr. Der Zuschlag bemisst sich an der Einkommensteuer, wer viel Geld gespart hat und dafür Zinsen kassiert, muss also entsprechend mehr zahlen. Auch Unternehmen zahlen ihn über die Körperschaftsteuer. Insgesamt brachte der Soli dem Staat im vergangenen Jahr 18,9 Milliarden Euro ein. Für das laufende Jahr rechnet das Finanzministerium mit Soli-Einnahmen von rund 19,4 Milliarden Euro und 2020 von rund 20 Milliarden Euro.

Der Soli war einst unter anderem wegen des Irak-Kriegs und später wegen des Aufbaus der neuen Bundesländer eingeführt worden. Die Entscheidung über seine völlige Abschaffung soll nach dem Willen von Scholz erst in der nächsten Legislaturperiode fallen, wie er im ARD-„Morgenmagazin“ sagte.

Scholz zeigte sich auch sehr sicher“, dass ihm das Bundesverfassungsgericht keinen Strich durch die Rechnung machen wird. Das Gericht habe schon mehrfach zum Soli Entscheidungen getroffen. „Und daraus ergibt sich schon, dass auch die bisherige Freigrenze, die wir hatten, zulässig war - und dann die neue wohl auch zulässig sein wird“, erklärte er. „Es ist zulässig, was wir machen, es ist auch notwendig, und es ist gerecht.“ (dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

19 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben