Präsidentschaftswahl in Frankreich : Zwölf Kandidaten zugelassen

Der Verfassungsrat in Paris hat die mit Spannung erwartete Liste veröffentlicht: Bei der Präsidentschaftswahl in einem Monat haben die Franzosen die Wahl zwischen acht Männern und vier Frauen.

Paris - Die Liste enthält auch den Namen des radikalen Bauernführers José Bové, der bis zuletzt um seine Teilnahme gebangt hatte. Damit liegt die Zahl der Anwärter auf das höchste Staatsamt unter der bei den vergangenen Wahlen 2002, als es 16 Kandidaten gegeben hatte. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 22. April angesetzt. Die Entscheidung fällt in der Stichwahl der beiden Bestplatzierten am 6. Mai.

Favoriten für die Wahlen sind laut Umfragen derzeit der konservative Innenminister Nicolas Sarkozy, die Sozialistin Ségolène Royal und der Liberale François Bayrou. Royal ist damit die erste Frau, die eine echte Chance hat, zur Präsidentin gewählt zu werden. Der 78-jährige Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen, der es 2002 bis in die Stichwahl gegen den scheidenden Amtsinhaber Jacques Chirac geschafft hatte, liegt auf Rang vier.

Die übrigen Bewerber sind die Trotzkisten Arlette Laguiller, Olivier Besancenot und Gérard Schivardi, die Chefin der Kommunistischen Partei, Marie-George Buffet, die Grüne Dominique Voynet, der Rechtspopulist Philippe de Villiers, Frédéric Nihous von der Jagdpartei CPNT und Bové. Der 53-Jährige ist als Globalisierungskritiker international bekannt. Bis zuletzt war unsicher gewesen, ob auch er in der seit dem 22. Februar laufenden Jagd auf Patenschaften mindestens 500 gültige Unterschriften so genannter Wahlpaten - gewählter Volksvertreter - erhalten hatte. Im Februar war eine viermonatige Haftstrafe gegen Bové wegen der Zerstörung eines Gen-Feldes endgültig bestätigt worden.

Die offizielle Kandidatenliste, welche der neue Verfassungsratspräsident Jean-Louis Debré in einer feierlichen Sitzung der "Weisen" in Paris verkündete, beginnt mit dem 32-jährigen Besancenot, dem jüngsten Anwärter. Sie endet mit dem 52-jährigen Sarkozy. Die Reihenfolge wurde per Los bestimmt. (tso/AFP)

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