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Reaktion aus Pjöngjang : Nordkorea verurteilt jüngste US-Sanktionen als "Kriegshandlung"

Pjöngjang warnt vor einer Blockade durch die USA und droht mit "eigener Atomwaffe ". Gleichzeitig heißt es, Nordkorea sei zu Gesprächen mit den USA bereit.

Der nordkoreanische ranghohe General Kim Yong Chol (vorne) überquerte mit einer Delegation die schwer gesicherte Grenze zwischen den beiden Koreas.
Der nordkoreanische ranghohe General Kim Yong Chol (vorne) überquerte mit einer Delegation die schwer gesicherte Grenze zwischen...Foto: dpa

Die nordkoreanische Regierung hat die jüngsten US-Sanktionen gegen das Land scharf verurteilt. Dies sei noch vor der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Südkorea eine Kriegsdrohung. "Wie wir bereits wiederholt gesagt haben, sehen wir jede Beschränkung gegen uns als Kriegshandlung an", hieß es am Sonntag in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums. Das Ministerium drohte zugleich mit Vergeltung, sollten "die USA wirklich die Nerven haben", Nordkorea in "grober" Weise entgegenzutreten.

Das Außenministerium in Pjöngjang verwies am Sonntag auf "unsere eigene Atomwaffe - ein geschätztes Schwert der Gerechtigkeit, um uns vor solchen Drohungen der USA zu schützen".

Wegen des nordkoreanischen Atomprogrammes hatte die US-Regierung am Freitag Sanktionen gegen zahlreiche weitere Firmen sowie Schiffe erlassen, die zur Umgehung bestehender Strafmaßnahmen genutzt werden sollen. Zudem drohte Präsident Donald Trump mit einer Eskalation.

Nordkoreanischer General trifft Südkoreas Präsidenten

Nordkorea ist nach südkoreanischen Regierungsangaben allerdings auch zu Gesprächen mit den USA bereit. Das habe der nordkoreanische General Kim Yong Chol bei einem Treffen mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In am Sonntag bekundet, berichtete das Präsidialamt in Seoul laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap.

Beide hatten sich vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu einem einstündigen Gespräch getroffen. Südkoreas Präsident habe dabei betont, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den USA „zu einem frühen Zeitpunkt“ abgehalten werden müsse, um die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern und auch zu einer grundlegenden Lösung im Atomkonflikt zu kommen.

„Die nordkoreanische Delegation stimmte ebenfalls zu, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA entlang den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea entwickeln müssen, während sie betonen, ausreichende Absichten zu haben, einen Dialog mit den USA zu halten“, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes laut Yonhap.

USA beantragen Hafenverbote für 33 Schiffe

Die USA haben den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, im Zuge der Sanktionen gegen Nordkorea ein weltweites Hafenverbot für 33 Schiffe zu verhängen. Der Antrag, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, fordert das Komitee für die Nordkorea-Sanktionen zudem auf, 27 Schifffahrts- und Handelsunternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen. Japan schloss sich dem US-Antrag teilweise an, forderte allerdings nur Hafenverbote für drei Schiffe.

Das Finanzministerium in Washington hatte am Freitag neue Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen angekündigt. Präsident Donald Trump sprach von den "härtesten Sanktionen, die jemals gegen ein Land verhängt worden sind".

Die Sanktionen treten automatisch in Kraft, wenn bis zum kommenden Freitag kein Mitglied des UN-Sicherheitsrats dagegen protestiert - auch nicht Nordkoreas Verbündeter China. Bislang wurden im Zuge der Nordkorea-Sanktionen Hafenverbote für acht Schiffe verhängt.

Mit ihren Nordkorea-Sanktionen sorgen die USA für Verärgerung in China. Würden einseitig Firmen aus der Volksrepublik ins Visier genommen, könnte das Zusammenarbeit in dem Konflikt beschädigen, erklärte das Außenministerium am Wochenende in Peking. Nordkorea beschuldigte die US-Regierung, die jüngste Annäherung mit dem Süden sabotieren zu wollen. Sollte es eine Seeblockade geben, würde man dies als kriegerische Handlung einstufen. Russland forderte die Regierung in Washington erneut zu direkten Verhandlungen mit Nordkorea und einem amerikanisch-russischen Dialog auf. (Reuters/AFP/dpa)

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