Seehofers Staatssekretär : Innenministerium will Deutsche Islamkonferenz erneuern

Innenstaatssekretär Markus Kerber will die Vielfalt der muslimischen Menschen in Deutschland besser repräsentiert sehen und betont: "Özil gehört zu uns".

In der neuen Moschee sollen auch weibliche Vorbeterinnen und offen homosexuelle Imame das Wort führen dürfen.
In der neuen Moschee sollen auch weibliche Vorbeterinnen und offen homosexuelle Imame das Wort führen dürfen.Foto: Rainer Jensen/dpa

Das Bundesinnenministerium will die Deutsche Islamkonferenz erneuern. "Wir müssen viel stärker als bisher die Vielzahl der in Deutschland noch nicht organisierten muslimischen Mitbürger in das Zentrum unserer Islamkonferenz stellen", sagte Innenstaatssekretär Markus Kerber der "Bild"-Zeitung (Freitag). Nach der Sommerpause sollen demnach auch wieder Einzelpersonen zur Konferenz zugelassen werden.

Auf die Frage, ob er die Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer teile, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, antwortete Kerber ausweichend: "Wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als 'deutschen' Islam definieren", sagte er. Das werde die Aufgabe der nächsten Islamkonferenz sein.

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Die Islamkonferenz war 2006 von dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufen worden, um die Beziehungen zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen zu intensivieren. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an dem Format gegeben. Im März erklärten säkulare Migrantenverbände die Islamkonferenz für gescheitert, sollte sie nicht reformiert werden.

Kerber wandte sich auch gegen die Einflussnahme der Türkei in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich zu recht im vergangenen Jahr jede Art von Einmischung verbeten. "Mezut Özil und die Millionen anderen türkeistämmigen, deutschen Staatsangehörigen gehören nämlich zu uns dazu", sagte Kerber mit dem Verweis auf den Fußballspieler, der vor der Weltmeisterschaft wegen eines Fotos mit dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan in die Kritik geraten war. (AFP)

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