Trotz Leyen-Nominierung : Kramp-Karrenbauer will nicht Ministerin werden

Wenn Ursula von der Leyen nach Brüssel wechselt, wird am Kabinettstisch in Berlin ein Platz frei. Eine Chance für die CDU-Vorsitzende? Die lehnt ab.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (links) mit Kanzlerin Angela Merkel Ende Juni in Berlin.
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (links) mit Kanzlerin Angela Merkel Ende Juni in Berlin.Foto: Tobias SCHWARZ/AFP

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will auch nach dem geplanten Wechsel von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Brüssel nicht Ministerin werden. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte Kramp-Karrenbauer auf die entsprechende Frage: "Ich habe mich bewusst entschieden, aus einem Staatsamt in ein Parteiamt zu wechseln. Es gibt in der CDU viel zu tun."

Hintergrund ist zum einen die Entscheidung des EU-Gipfels, die CDU-Politikerin von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin zu nominieren. Dem muss in den kommenden Monaten das europäische Parlament zustimmen. Sollte sie die Zustimmung bekommen, wird eine Umbildung des Kabinetts von Kanzlerin Angela Merkel auf Unionsseite nötig.

Zum anderen gibt es in der CDU eine Debatte, ob Kramp-Karrenbauer nicht als Ministerin mehr Möglichkeiten habe, sich zu profilieren. Die CDU-Chefin hatte die Umfragen zuletzt erheblich an Zustimmung verloren. Kramp-Karrenbauer hatte sich - wie die mittlerweise zurückgetretene SPD-Chefin Andrea Nahles - allerdings entscheiden, nicht ins Kabinett zu gehen, um unabhängig von der Kabinettsdisziplin als CDU-Chefin Positionen beziehen zu können. (Reuters)

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