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Überfall in Marseille : Rechtsextreme greifen Zentrale von SOS Méditerranée an – 22 Festnahmen

Identitäre haben in Marseille die Hilfsorganisation überfallen, die das Rettungsschiff "Aquarius 2" betreibt. Italiens Innenminister ist ein scharfer Kritiker.

Ein Büro der Hilfsorganisaton SOS Mediterranee ist in Marseille von einer rechtsgerichteten Gruppe überfallen worden.
Ein Büro der Hilfsorganisaton SOS Mediterranee ist in Marseille von einer rechtsgerichteten Gruppe überfallen worden.Foto: AFP/Matthew Mirabelli

Nach einem Angriff einer rechtsorientierten Gruppe auf das Marseiller Büro der Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat die Polizei 22 Menschen vorläufig festgenommen. Wie der Regionalsender France Bleu am Freitag weiter berichtete, gehören die Angreifer zur rechtsextremen Gruppe „Génération identitaire“. Polizeikreise in der südfranzösischen Hafenstadt bestätigten der Deutschen Presse-Agentur den Überfall.

Später bestätigte die Polizei der Agentur AFP die Attacke: Demnach hatten die Identitären die Anwesenden nach draußen gedrängt und das Büro der Flüchtlingshelfer vorübergehend besetzt. Am Fenster befestigten sie ein Transparent mit der Aufschrift "SOS Méditerranée - Komplize beim Menschenhandel". Anschließend wurden sie wegen Gewalttätigkeit und gemeinsamer Freiheitsberaubung in Gewahrsam genommen. Wie die Hilfsorganisation via Twitter mitteilte, sind die Beschäftigten wohlbehalten, stehen aber unter Schock.

SOS Méditerranée betreibt zusammen mit Ärzte ohne Grenzen das Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius 2". Für Samstag hatte sie zu Solidaritätsdemonstrationen in rund dreißig Städten Frankreichs und Europas aufgerufen. Das Rettungsschiff war am Donnerstag in Marseille angekommen. Es sucht weiter nach einem neuen Flaggenstaat. Panama hatte angekündigt, das Schiff aus seinem Schifffahrtsregister zu streichen und ihm somit die Flagge zu entziehen. Das Land folgte damit einer Beschwerde aus Italien. Dessen rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini beschuldigt die Betreiber, einen "Taxidienst" für Migranten zu betreiben. (dpa, AFP)

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