Vorstoß von Olaf Scholz : Auch Männer können gemeinnützig sein

Finanzminister Scholz will, dass Vereine, die keine Frauen aufnehmen, mehr Steuern zahlen. Doch das ist ausreichend geregelt. Ein Kommentar.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) möchte etwas für Frauen tun.
Finanzminister Olaf Scholz (SPD) möchte etwas für Frauen tun.Foto: Johanna Geron / Reuters

Bei Frauen würde weniger darum gestritten werden – aber wie gemeinnützig sind Männer? Der Finanzminister will, dass reine Männervereine Steuervorteile verlieren. Das ist nicht seine Idee, es ist geltendes (Verfassungs-)Recht. Der Bundesfinanzhof hat es vor zwei Jahren anhand einer Freimaurerloge bestätigt. Seitdem haben viele Vereine ihre Satzungen angepasst, offenbar auch Olaf Scholz’ früherer Ruderklub, bei dem die Kerle einst unter sich waren. Die höchsten Finanzrichter urteilten dies jedoch nur, wenn es keinen sachlichen Grund für eine Ungleichbehandlung gibt. Will Scholz das jetzt streichen und eine Regelung, die absolut gilt? Dann würde mancher Männergesangsverein mehr zahlen müssen oder seine Stimme verlieren.

Wer rudert, wird erst auf dem Boot entschieden

Umgekehrt würden sich manche Frauen-Zusammenschlüsse, die die Welt aus dezidiert weiblicher Sicht zu einem besseren Ort machen wollen, für unerwünschte Mitglieder öffnen müssen. Kann man machen. Man kann es aber auch lassen. Denn wenn Frauen auf eine begründet besondere Weise und Männer auf eine andere gemeinnützig sein dürfen, ist der Allgemeinheit zu fast hundert Prozent gedient. Ob dann getrennt oder gemeinsam gerudert wird, entscheidet sich ohnehin erst auf dem Boot.

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